Die Losensteiner
In diesem Bereich finden Sie alles Wissenswerte über das Adelsgeschlecht der Losensteiner.
Ein Auszug aus der heraldisch genealogischen Zeitschrift „Adler“ aus dem Jahr 1871 zur Geschichte des Adelsgeschlechtes der Losensteiner:
"...des Gundaccari von Steyer jüngerer Sohn Dietmar hat anno 1252 dem König Ottocar als Herzogen zu Österreich sein väterliches Erbgut, das Schloß und Stadt Steyer abgetreten und dafür 200 Talente Geldes und die Herrschaft Loßstein oder Losenstein sammt dem Burglehen daselbst als ein freies Eigenthum erhalten, wornach dieser Dietmar Herr von Steyer und all seine Nachkommen den Namen von Losenstein angenommen und geführt haben. Gleichzeichtig sind auch Urkunden vorhanden, daß einige aus diesem Geschlechte der Dynasten von Steyer schon lang vorher sich Herren von Losenstein genannt haben; denn in einem Vermächtnißbriefe an das Kloster Garsten de anno 1150 wird Ortolf von Losenstein als Zeuge erlesen und Leutold oder Leopold von Losenstein war anno 1165 auf dem Turnier zu Zürich mit Herzog Guelphen aus Baiern..."
Originalzitat aus der herald.-gen. Zeitschrift "Adler"
Wie alles begann...
Nachdem die Babenberger im Jahr 1246 ausgestorben waren, kam es zu einem Machtvakuum in der Markgrafschaft Österreich, begleitet von unzähligen Gewaltakten aufgrund des rechtlosen Zustandes. Um dies zu unterbinden und um zu verhindern, dass das Land ob der Enns in fremde Hände gelangt, beschloss der steirische Adel im Jahr 1252 Ottokar Przemysl, ab 1253 König Ottokar II. von Böhmen zum obersten Landesherrn zu machen.
Bis dahin hatte Dietmar I. von Steyr das Burglehen, die Stadt und die gesamte Herrschaft Steyr in seinen Besitz gebracht.
König Ottokar II. dachte allerdings nicht daran seine Macht mit den steirischen Adeligen zu teilen, sondern übte ein Alleinherrschaft aus und bekämpfte Widersacher wo er nur konnte. So nahm er auch die Stadt Steyr ein, wo zu der Zeit Dietmar I. von Steyr (später von Losenstein) herrschte.
Dietmar I. musste daraufhin mit König Ottokar II. einen Vergleich schließen, der ihm zwar das Burglehen zu Steyr ließ (= Dietmar I. durfte weiter der Burg wohnen bleiben), ihm aber die Stadt Steyr nahm.
Dafür erhielt Dietmar I. die Herrschaft Losenstein als freies Eigentum.
Die Linie nach Dietmar I. (von Steyr) nannte sich nun auch „nach Losenstein“ und er war somit der erste Losensteiner dieser Adelslinie. Sie lebten allerdings anfangs nur fallweise auf Burg Losenstein und ließen die Burg hauptsächlich durch sog. Amtleute verwalten. Hier werden zB 1262 und 1282 ein Walchun und sein Sohn Heinrich als ebensolche genannt.
Erst sein Sohn Dietmar II. von Losenstein blieb ab 1274 mit seinen Nachkommen ständig auf der Burg. Um diese Zeit dürften dann auch die Vorburg und die Burgkapelle erbaut worden sein.
Der Titel
Die Losensteiner wurden seit Ihrer erstmaligen urkundlichen Nennung immer als „Herren von Losenstein“ bezeichnet, obwohl Sie ursprünglich vom Bruder des letzten Markgrafen von Steyr abstammten.
Die Familien Losenstein & Starhemberg reichten daher bei Kaiser Maximilian II. ein Gesuch um „Restituierung und Wiedererhebung in den alten Grafenstand der Grafen von Steyr“ ein. Sie suchen also bewußt nicht um Erhebung sondern um Wiedererhebung in den Grafenstand an.
Sie erwirkten daher aufgrund dieses Umstandes, zusammen mit Ihrem Brudergeschlecht der Starhemberger, die Wiedererhebung in den GRAFENSTAND (an Wolf Sigmund von Losenstein) im Jahre 1629 durch Kaiser Ferdinand II.
Mehr als 60 Jahre später, wurden die Losensteiner schließlich von Kaiser Leopold I. auch noch 1690 in den FÜRSTENSTAND (mit Franz Anton von Losenstein) erhoben.
Das Wappen der Losensteiner
Das Wappen der Losensteiner mit seinem symbolisierten Panther geht zurück auf die steirischen Otakare (Markgrafen, später Herzöge der Steiermark aus dem Geschlecht der Traungauer) welche ihren Stammsitz in Steyr hatten. Deren Wappen war (seit dem 13. Jhd. unter den Babenbergern) ein silberner Panther auf grünem Grund.
Die ursprüngliche Tintur zu Beginn war allerdings ein schwarzer Panther auf silbernen Grund (Das Silber dürfte früher ein Fell gewesen sein, auf dem man einen aus Leder ausgeschnittenen Panther aufgenagelt hat. Wie es im 13. Jhd. zum Tinkturwechsel gekommen ist weiß man nicht – vermutlich durch Mutation von Farben (danke an Hr. Cajetan Gril du Guern für diese Ausführungen)
Der Bruder des letzten Markgrafen Otokars – During d. Ältere – hatte vier Söhne, dessen nachkommende Familien sich später nicht mehr von Steyr sondern nach deren neuen Sitzen nannten. Sie übernahmen das Wappentier Ihrer Vorfahren in verschiedenen Ausführungen. Es waren dies die Herren
von Hohenberg
seit Mitte 13. Jhd.
weißer Panther auf schwarzem Feld
von Perneck
seit Mitte 13. Jhd.
schwarzer Panther auf weißem Feld
von Starhemberg
(seit ca. 1240)
blauer Panther auf silbernem Feld
von Losenstein
(seit 1252)
gelber Panther auf blauem Feld
Als 1252 Dietmar von Steyr (der 1. Herr von Losenstein) die Herrschaft Losenstein von König Ottokar II. Przemysl im Tausch für die Stadt Steyr erhielt, wurde das Wappentier übernommen und ziert seither auf blauem Grund das Wappen der Herren von Losenstein.
Das Losensteiner Wappen im Verlauf der Geschichte
Das erste Mal scheint das Losensteiner Wappen auf einer Urkunde des Klosters Admont am 12. September 1293 mit Gundakar III. auf. Hier wird der „wachsende Panther“ im geteilten Schild auf der oberen Hälfte gezeigt. Bereits ab dem Jahr 1313 (genauer am 1.3.1313) erscheint der Panther aber mit dem Wappen Johannis de Losenstain in ganzer Gestalt. (Stiftsarchiv Lambach, Urk.Nr. 153)
In den folgenden Jahren hat sich das Erscheinungsbild des Wappens mehrfach verändert bzw. wurde erweitert. So lässt sich die Entwicklung des Wappens wie folgt verfolgen:
1. Einen Panther.
Darüber das Kleinod: Hörnerpaar samt Ohren
Nach dem Grabmal Bertholds I. +1355 in der Losensteiner Kapelle in Garsten
2. Wappen in Blau, Panther silbern.
Nach einem Wappen Dietmar III. im Wiener Minoriten Nekrolog.
3. Schild in Blau, Panther golden
wie in 2., aber Panther punktiert; aus Rachen und Nüstern Flammen sprühend
Nach dem Wappen der Reichildis von Losenstein, einer Tochter Gundakers II. im Wiener Minoriten-Nekrolog
4. Ein gehörnter Panther, aus Rachen und Nüstern Flammen sprühend.
Kleinod: Hörnerpaar samt Ohren, dazwischen Panther wacsend.
Nach dem Grabmal Florians I. von Losenstein zu Garsten. Den gehörnten und Flammen sprühenden Panther führe bereits sein Urgroßvater Gundaker II. ca. 1330
5. ist ein gebessertes Wappen
basiernd auf dem Allianzwappen der Familien Losenstein und Zelcking nach der Hochzeit des Bernhard I. von Losenstein mit Anna von Zelcking (mit der die Schallaburg zu den Losensteinern kam.
Das Wappen ist geviertelt und zeigt in Feld 1 + 4 einen goldenen Panther auf blauem Grund (der Losensteiner Panther) und in Feld 2 + 3 einen geteilten Löwen (als Zeichen derer von Zelcking). Links oben die Helmzier der Losensteiner, rechts oben jenes der von Zelcking
Dieses Allianzwappen wurde ab diesem Zeitpunkt von den meisten Nachkommen des Bernhard von Losenstein geführt.
Das Wappenbild ist heute noch in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens sichtbar. Nicht nur im Gemeindewappen der Ortschaft Losenstein.
Insgesamt tragen 7 Gemeinden in OÖ & NÖ immer noch den Panther der Losensteiner auf blauem Grund in Ihren Gemeindewappen!
Das ist nicht zufällig sondern hat jeweils einen geschichtlichen Hintergrund als die Losensteiner höchst aktiv das politische und gesellschaftliche Leben in Ober- & Niederösterreich prägten. Hier die Details:
Gemeinde Losenstein
Gemeinde Wolfern
Gemeinde Neuhofen/Krems
Gemeinde Waizenkirchen
Auszug aus der offiziellen Wappenbeschreibung:
…der goldene Panther in Blau deutet auf Georg Achaz von Losenstein, der als damaliger Inhaber der Herrschaft Weidenholz (heute Schloss Weidenholz in Waizenkirchen; Anm.) die Markterhebung und Wappenverleihung vom Kaiser erwirkte…
Gemeinde Garsten
Gemeinde Loosdorf (NÖ)
Gemeinde Mörschwang
Die Burgen
Zum jeztigen Wissensstand zählte das Geschlecht der Losensteiner fast 30 Burgen, Schlösser und Palais ihr Eigen. Natürlich nicht alle gleichzeitg, sondern mit teils raschen Besitzwechseln. Neben den Burgen in Österreich zählten auch vier in Bayern und eines in Nordböhmen zum Besitz.
Die Losensteiner wurden auch oft "Habsburger im Kleinen" genannt, weil sie viele Ihrer Güter, Ländereien und Burgen durch Heirat oder Erbschaft erlangten
Der Machtbereich erstreckte sich vornehmlich entlang der Donau und den damaligen Hauptverkehrsrouten nach Bayern & Böhmen. Die Burgen waren Lehen der Herzöge von Österreich, Steiermark, der Bischöfe von Passau und Salzburg.
Die Hauptburgen
Zu den Hauptburgen (also ständigen Wohnsitzen) gehörten neben der Stammburg Losenstein (welche ab ca. 1420) verlassen wurde folgende Anlagen:
Die Nebenburgen
🏰 Oberösterreich
Burg Kremsegg
Kremsegg war um das Jahr 1230 zu 2/3 ein landesfürstliches Lehen, während das restliche Drittel von den Losensteinern verliehen wurde.
↗ Mehr erfahrenBurg Rechberg (auch Rehberg)
Rechberg kam nach dem Aussterben der Rechberger um 1330 an die Losensteiner.
↗ Mehr erfahrenBurg Rohr
Mitte des 14. Jahrhunderts wird Rohr an Berthold I. von Losenstein verpfändet.
↗ Mehr erfahrenBurg Rosenegg/Steyr
Hartneid von Losenstein schenkte 1383 seinen freieigenen Besitz dem Kloster Garsten.
↗ Mehr erfahrenBurg Klingenberg
Auf Lassla Prager folgten 1524 Achaz von Losenstein und wenige Jahre später die Familie Khrembser aus Steyr.
↗ Mehr erfahrenBurg Würting
Nach dem Tod des letzten Pergheimers erbte dessen Tochter Christine, die mit Wolf Siegmund von Losenstein verheiratet war, den Besitz.
↗ Mehr erfahren🏰 Niederösterreich
Schloss St. Peter/Au
Ab 1621 befand sich St. Peter im Besitz der Gräfin Katharina von Losenstein.
↗ Mehr erfahrenBurg Litschau
Die Herrschaftsinhaber (u. a. Losenstein, Poiger, Kuefstein) wechselten nun relativ rasch.
↗ Mehr erfahrenBurg Liebenstein
Am 1433 erhielt Berthold von Losenstein diese Festung vom Bischof Leonhard von Passau zum Lehen und als Erbgut.
↗ Mehr erfahrenBurg Sichtenberg
Hans Wilhelm von Losenstein, der Herr und Erbauer des Renaissancehofes der Schallaburg nannte sich 1596 auch nach Sichtenberg.
↗ Mehr erfahrenBurg Zagging
Im Besitz der Losensteiner.
Burg Rabenstein/Pielach
So war um 1339 Berthold von Losenstein Pfleger auf Rabenstein.
↗ Mehr erfahrenBurg Wolfsberg
1368 übergab Rudolf Losenstein seinen freieigenen Hof dem Landesfürsten und bekam ihn anschließend als Lehen wieder zurück.
↗ Mehr erfahren🏰 Kärnten
Burg Rosegg
Danach kam Rosegg an die Herren von Perkheim und dann durch Heirat an Georg Achaz von Losenstein.
↗ Mehr erfahren🏰 Steiermark
Burg Frondsberg
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts gelangten Anteile an Frondsberg an die Losensteiner.
↗ Mehr erfahren🏛️ Wien
Palais Porcia
1592 ging es an die Familien Hofkirchen/Losenstein über, bei der es bis 1627 blieb.
↗ Mehr erfahren🏰 Bayern
Burg Halmberg
Im Besitz der Losensteiner.
Schloss Tettelheim
Im Besitz der Losensteiner.
Schloss Gebelkofen
Im Besitz der Losensteiner.
Burg Dobl (Engelsberg)
Danach war die Engelsberg im Besitz des Gregors, Herr von Losenstein.
↗ Mehr erfahren🏰 Böhmen
Burg Geiersberg/Letohrad
Bei seiner erzwungenen Emigration 1629 übertrug er die Besitzungen seinem einzigen Enkel Wolf Georg von Losenstein.
↗ Mehr erfahren
Über diesen Vorfall wurde von Erzherzog Ferdinand eine Originalurkunde verfasst, dessen Wortlaut mit allen Details in folgendem Dokument (ab Seite 7 – Mitte) nachgelesen werden kann.
Das Losensteiner Turnier
Diese wohl berühmteste historisch belegte Begebenheit mit den Herren von Losenstein beschreibt ein Turnier, welches anläßlich der Hochzeit des österr. Erzherzogs Ferdinand I. mit Anna von Ungarn ausgetragen wurde. Dieses Turnier wurde auf dem heutigen Linzer Stadtplatz ausgetragen und erregte damals großes Aufsehen.
Dabei errang Sebastian von Losenstein am 25.05.1521 einen denkwürdigen Sieg gegen einen spanischen Ritter.
Die überlieferte Beschreibung des Turniers findet Ihr hier:
Am Dreifaltigkeitssonntag des Jahres 1521 hielt Ferdinand I., Infant von Spanien, mit Anna, Königin von Ungarn und Böhmen, in Linz große Hochzeit. Das für Österreichs Zukunft so entscheidende Fest war auch mit allerlei ritterlichen Waffenspielen verbunden. Dabei schmähte ein spanischer Grande die deutsche Ritterschaft, ja forderte sie schließlich durch ein am Rathaus angeschlagenes, beleidigendes „Cartell“ zum Kampf auf Leben und Tod heraus. Sebastian von Losenstein nahm den Fehdehandschuh auf. Beide Streitteile verglichen sich über Tag, Stunde und Einzelheiten des Zweikampfes.
Am 25. Mai zog der Spanier mit großem Prunk und zahlreichem Gefolge durch das Donautor auf den Hauptplatz ein, wo der Kampf stattfinden sollte. Der Herr von Losenstein kam mit nur wenigen Beiständen aus der Klostergasse heraus. Vier Herolde mit rot-weiß gestrichenen Stäben schritten ihm voran. Beide Streiter tummelten zunächst ihre Rosse, setzten dann die Helme auf und stellten sich zum Kampfe. Vor den Turnierschranken war eine Bühne für die zusehenden hohen Herren wie ihre Damen aufgebaut. Die neugierige Volksmenge füllte den Platz bis auf das letzte Fleckchen.
Zuerst rannten die Gegner mit Spießen gegeneinander. Sie fehlten beide. Darauf griffen sie zum Schwerte. Der körperlich weit überlegene Spanier bedrängte den Oberösterreicher mit Stichen und Schlägen so hart, daß er sich anscheinend kaum mehr mit dem Schild decken konnte. Seine Beistände meinten schon, er sei verloren. Da riß der Losensteiner seinem Hengst den Maulkorb herunter, rief ihm ein Stichwort zu und ließ ihm die Zügel schießen. Sofort verbiß sich das Roß in die Nüstern des spanischen Pferdes und hielt es fest.
Der Losensteiner, welcher bisher seine Kräfte klug geschont hatte, schwang nun mit Macht den Bihänder, hieb dem Spanier den Helm ab, verwundete ihn schwer und hätte ihn auch auf der Stelle getötet, wenn Ferdinand nicht rasch Frieden geboten und Sebastian von Losenstein als Sieger erklärt hätte. Umjubelt von der Menge zog der Sieger ab, nicht ohne erbittert laut zu bemerken, der König habe zu seinen Gunsten nicht eingegriffen, als der Kampf für ihn schlecht stand.
Sebastians Rüstung in heutiger Zeit
Teile der Rüstung, die Sebastian von Losenstein bei diesem Turnier trug, können auch heute noch bestaunt werden. Sie sind zwar nicht an einem Ort gesammelt, doch zeigen wir Euch wo wir diese Teile heute findet:
Sein Helm
Den Helm, den Sebastian von Losenstein bei diesem Turnier getragen hatte, wurde zu Ehren des großartigen Sieges vergoldet und hängt seit seinem Tod in der Grabstätte der Losensteiner – der sog. Losensteiner Kapelle zwischen den Denkmälern von Georg und Dietmar V. an der Wand.
Sein Schwert
Das Schwert, das Sebastian bei diesem Turnier trug, befindet sich heute im historischen Waffensaal des Schloßmuseum Linz und kann dort jederzeit unter der Inventarnummer C0392 besichtigt werden. Es handelt sich hierbei um einen Bihänder Schweizer Machart.
Dankenswerterweise fertigte das Schloßmuseum Aufnahmen dieses Schwertes für uns an.
Seine Pferderüstung
Im Landeszeughaus in Graz steht die berühmte „Losensteiner Pferderrüstung“ als eines der wertvollsten Exponate. Historische Forschungen gehen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass diese Rüstung – welche Sebastian von Losenstein von dessen Vater Wilhelm von Losenstein erhielt – im berühmten „Losensteiner Turnier“ zu Linz verwendete.
Geschichten
In der öffentlichen Wahrnehmung sind Geschichten & Sagen über die Losensteiner leider nicht sonderlich präsent. In dieser Rubrik wollen wir einige dieser Episoden wieder ans Licht bringen und vielleicht erzählt man sich künftig wieder die ein oder andere Geschichte über die Losensteiner die bis dato jahrhundertelang in Archiven „vergraben“ lag. Viel Vergnügen!
Prügelei unter Mönchen
Berthold von Losenstein verprügelte mehrere Mitbrüder so heftig, dass es zu Blutvergießen kam...
Geschichte lesenBerthold von Losenstein war - wie auch sein Bruder Hartneid II. und einige andere Vertreter der Losensteiner - von etwas rauerer Natur. Dies bezeugt ein Fall aus dem Jahr 1351.
Jener Berthold von Losenstein war für den geistlichen Stand auserkoren, wurde Priester und trat schließlich bei den Augustiner Chorherren im Bistum Salzburg ein.
Leider begann seine Karriere etwas unrühmlich, da er laut vorliegender Urkunde vom 29. Juni 1351 aus heute nicht mehr bekannten Gründen einige seiner Mitbrüder und andere Personen (darunter Weltpriester & Laien) dermaßen verprügelt haben soll, dass es dabei sogar zu einem größeren Blutvergießen gekommen war.
Zu diesem Zweck hat er zudem ohne die Erlaubnis seiner Obrigkeit die Residenzpflicht vernachlässigt (sprich das Ordensgelände verlassen) und auch seine geistliche Kleidung abgelegt - vermutlich um sich besser prügeln zu können.
Die Absolution
Da er bzw. seine Familie aber sehr hoch angesehen war, die Absolution für diese Tat aber aufgrund der Schwere nicht mehr von einem gewöhnlichen Priester durchgeführt werden konnte, erteilte der Erzbischof von Salzburg Bertholds Mitbruder Johannes von Melemberg eine sogenannte Absolutionsvollmacht, damit ihm dieser in Vertretung des Bischofs für dieses Vergehen die Absolution erteilen konnte.
Einige Jahre später wurde Berthold von Losenstein trotz dieser Vorfälle Stadtpfarrer von Salzburg...
Plünderung Aigen & Schlägl
Eine wilde Geschichte über Raubzüge und mittelalterliche Rechtsprechung...
Geschichte lesenIm Jahr 1352 kam es zu dramatischen Ereignissen in den Klöstern Aigen und Schlägl, die die raue Natur des mittelalterlichen Adels eindrucksvoll zeigen.
Die Losensteiner waren in dieser Zeit bekannt für ihre streitbare Art und ihre Bereitschaft, ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen.
Diese Episode zeigt die ungezügelte Macht des Adels im 14. Jahrhundert und wie selbst geistliche Einrichtungen nicht vor Übergriffen sicher waren.
Die Plünderungen führten zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten und zeigen die komplexen Machtverhältnisse zwischen weltlichem Adel und Kirche im Mittelalter.
Hartneid & der Klosterbrand
Aus Wut über kalte Speisen zündete Hartneid den Maierhof des Klosters an...
Geschichte lesenIm Jahr 1371 kam Hartneid II. von Losenstein mit seiner Gattin Agnes und großem Gefolge zu sehr später Stunde in das Kloster Garsten und verlangte Bewirtung.
Der jahrelange Rechtsstreit
Daraufhin entbrannte ein langer Rechtsstreit, da der damalige Garstner Abt Niclas von Hartneid naturgemäß Schadenersatz forderte. Vom Gericht wurde Hartneid am 13.12.1372 schließlich verurteilt, den zugefügten Brandschaden zu ersetzen.
Doch ein halbes Jahr später war die Sache immer noch nicht geklärt. Hartneid beugte sich nicht dem Urteil und so wurde die Angelegenheit schließlich am 29.09.1381 an den obersten Landesherrn - Herzog Albrecht III. von Österreich - zur Schlichtung übergeben.
Die Strafe: Am 21.12.1383 schließlich musste sich Hartneid dem Urteil des Landesherrn fügen und übertrug das "Gütlein in der Weng auf dem Attgraben" als Entschädigung an das Kloster Garsten. Zu diesem Gut gehörten damals auch ein Wirtshaus, 9 Höfe und Häuser.
In die Chronik eingegangen
In die Chronik des Klosters Garsten ging Hartneid gar als "Tyrann" für die Nachwelt ein wie der lateinische Eintrag beweist:
(Übersetzt: "Jener Tyrann Hartlinus von Losenstein, wütete mit Wahnsinn und Gewalt seines Herzens welches mit Wut gefüllt war...")
Kurioses Detail am Rande: Nach Ende dieses jahrelangen Prozesses befreite Herzog Albrecht von Österreich als Folge dieses Rechtsstreits das Kloster Garsten mit Urkunde vom 21.12.1389 auf immer von der Pflicht der "Gastung" - also der Pflicht, Reisenden Speis & Trank anzubieten.
Die Fehde um Frondsberg
Ein blutiger Konflikt um Macht und Besitz im frühen 15. Jahrhundert...
Geschichte lesenDas Jahr 1402 markiert einen der blutigsten Konflikte in der Geschichte der Losensteiner - die Fehde um die Burg Frondsberg.
Diese Auseinandersetzung zeigt die brutalen Machtkämpfe des mittelalterlichen Adels und wie Besitzstreitigkeiten mit Waffengewalt ausgetragen wurden.
Die Fehde eskalierte zu einem regelrechten Kleinkrieg, der die gesamte Region in Aufruhr versetzte und mehrere Jahre andauerte.
Die Folgen
Die Auseinandersetzungen hatten weitreichende Konsequenzen für alle Beteiligten und prägten die Beziehungen zwischen den adeligen Familien für Generationen.
Der Kutscher von Göttweig
Eine mysteriöse Geschichte über einen nächtlichen Vorfall...
Geschichte lesenIm Jahr 1509 ereignete sich eine merkwürdige Begebenheit, die noch heute für Gesprächsstoff sorgt.
Ein Kutscher im Dienst der Losensteiner erlebte auf dem Weg von Göttweig eine unheimliche Begegnung, die die Menschen damals in Angst und Schrecken versetzte.
Wolf der Raubritter
Wolf von Losenstein terrorisierte die Handelswege und plünderte Kaufleute...
Geschichte lesenWolf von Losenstein ging als einer der berüchtigtsten Raubritter in die Geschichte ein. Im Jahr 1520 erreichten seine Überfälle auf Handelszüge und Kaufleute ihren Höhepunkt.
Von der strategisch gelegenen Burg Losenstein aus kontrollierte Wolf die wichtigen Handelswege und erpresste Wegzoll von durchreisenden Kaufleuten.
Die Raubzüge
Wolf überfiel systematisch Handelszüge, die durch sein Gebiet zogen. Er plünderte Waren, nahm Kaufleute gefangen und verlangte Lösegeld für ihre Freilassung.
Sein berüchtigtes Verhalten führte schließlich dazu, dass Kaiser Maximilian I. persönlich eingreifen musste, um die Handelswege wieder sicher zu machen.
Der Vater Dietmars war in der Geschichtsschreibung mehr berüchtigt als berühmt und dürfte seinen Söhnen manch erzieherischen Drill auf den weiteren Weg mitgegeben haben.
Das Losensteiner Turnier
Der legendäre Sieg Sebastian von Losensteins gegen einen spanischen Grande...
Geschichte lesenDiese wohl berühmteste historisch belegte Begebenheit mit den Herren von Losenstein beschreibt ein Turnier, welches anlässlich der Hochzeit des österreichischen Erzherzogs Ferdinand I. mit Anna von Ungarn ausgetragen wurde.
Die Herausforderung
Am Dreifaltigkeitssonntag des Jahres 1521 hielt Ferdinand I., Infant von Spanien, mit Anna, Königin von Ungarn und Böhmen, in Linz große Hochzeit. Das für Österreichs Zukunft so entscheidende Fest war auch mit allerlei ritterlichen Waffenspielen verbunden.
Dabei schmähte ein spanischer Grande die deutsche Ritterschaft, ja forderte sie schließlich durch ein am Rathaus angeschlagenes, beleidigendes "Cartell" zum Kampf auf Leben und Tod heraus. Sebastian von Losenstein nahm den Fehdehandschuh auf.
Der Kampf
Am 25. Mai zog der Spanier mit großem Prunk und zahlreichem Gefolge durch das Donautor auf den Hauptplatz ein. Der Herr von Losenstein kam mit nur wenigen Beiständen aus der Klostergasse heraus. Vier Herolde mit rot-weiß gestrichenen Stäben schritten ihm voran.
Zuerst rannten die Gegner mit Spießen gegeneinander. Sie fehlten beide. Darauf griffen sie zum Schwerte. Der körperlich weit überlegene Spanier bedrängte den Oberösterreicher mit Stichen und Schlägen so hart, dass er sich anscheinend kaum mehr mit dem Schild decken konnte.
Der geniale Trick
Da riss der Losensteiner seinem Hengst den Maulkorb herunter, rief ihm ein Stichwort zu und ließ ihm die Zügel schießen. Sofort verbiss sich das Ross in die Nüstern des spanischen Pferdes und hielt es fest.
Der Losensteiner, welcher bisher seine Kräfte klug geschont hatte, schwang nun mit Macht den Bihänder, hieb dem Spanier den Helm ab, verwundete ihn schwer und hätte ihn auch auf der Stelle getötet, wenn Ferdinand nicht rasch Frieden geboten und Sebastian von Losenstein als Sieger erklärt hätte.
Die Rüstung heute
Teile der Rüstung, die Sebastian bei diesem Turnier trug, können auch heute noch bestaunt werden:
• Der vergoldete Helm hängt in der Losensteiner Kapelle im Kloster Garsten
• Das Schwert (Bihänder) befindet sich im Schlossmuseum Linz
• Die berühmte Pferderüstung steht im Landeszeughaus Graz
Die Türkenflucht
Während der ersten Türkenbelagerung flohen die Losensteiner...
Geschichte lesenDas Jahr 1529 brachte eine der größten Bedrohungen für Österreich - die erste Türkenbelagerung Wiens. Diese Krise stellte auch die Losensteiner vor schwierige Entscheidungen.
Während viele Adelige ihre Burgen verteidigten, entschieden sich die Losensteiner zur Flucht - eine Entscheidung, die ihren Ruf nachhaltig beschädigen sollte.
Die Bedrohung
Als die Nachricht von den herannahenden türkischen Heerscharen die Region erreichte, brach Panik aus. Die osmanischen Truppen waren für ihre Brutalität bekannt und hatten bereits zahlreiche Burgen und Städte erobert.
Die Flucht hatte weitreichende Konsequenzen für das Ansehen der Familie beim Kaiser und in der Gesellschaft. Es sollte Jahre dauern, bis das beschädigte Ansehen wiederhergestellt werden konnte.
Der Schütze von Losensteinleithen
Ein meisterhafter Bogenschütze verteidigte das Schloss gegen Angreifer...
Geschichte lesenIm Jahr 1532, während der zweiten Türkenbelagerung, ereignete sich am Schloss Losensteinleithen eine heldenhafte Geschichte.
Ein einzelner Schütze im Dienst der Losensteiner verteidigte das Schloss mit seiner Armbrust gegen eine Übermacht an Angreifern.
Durch seine außergewöhnliche Treffsicherheit und seinen Mut konnte er die Angreifer so lange in Schach halten, bis Verstärkung eintraf.
Die Verteidigung
Vom Turm des Schlosses aus schoss der Schütze mit tödlicher Präzision auf jeden, der sich den Mauern näherte. Seine Legende verbreitete sich schnell in der Region.
Der Ohrfeigenprozess
Wolf Sigmund ohrfeigte einen Gast bei einer Hochzeit - es folgte ein jahrelanger Prozess...
Geschichte lesenDiese Geschichte entstammt den Gerichtsakten und wurde im frühen 19. Jahrhundert gerne als Beispiel dafür erwähnt, dass im 16. Jahrhundert neben den "unteren Volksclassen" auch die "Festlichkeiten des oberösterreichischen Adels leicht in Streit und Tätlichkeit ausarteten".
Die Hochzeit
Am 3. Juli 1588 feierte ein gewisser Christoph von Schallenberg seine Hochzeit mit dem Fräulein Marusch von Lappiz auf dem öffentlichen Tanzplatz der Stadt Linz. Dazu eingeladen war auch Wolf Sigmund von Losenstein, welcher zu diesem Zeitpunkt erst 23 Jahre alt war, dennoch aber bereits hohes Ansehen im Adel genoss.
Neben Wolf Sigmund war auch ein gewisser Hans Segger Gast bei dieser Hochzeit. Dieser stammte aus Schwaben und behauptete, dass seine Vorfahren früher das Schloss Seck besessen hätten - eine Tatsache die er aber nie beweisen konnte.
Der Vorfall
Bei der Hochzeit waren die geladenen Gäste um die Tanzfläche versammelt um den tanzenden Paaren zuzusehen. Hans Segger stand hinter dem großen Losensteiner und konnte nichts sehen. Er versuchte, über die Schulter zu blicken und rempelte Wolf Sigmund versehentlich an.
Die Klage
Hans Segger verklagte daraufhin den Losensteiner vor allem deshalb auf eine Schadenersatzzahlung von 16.000 Gulden, weil dieser "ohne alle vorgehente Ursach', unberedt, und unverwarndt" zugeschlagen hatte.
Die für die Klage zuständige Landeshauptmannschaft wies die Anklage aber zurück und teilte Hans Segger mit, dass er seine Anklage nur bei Erzherzog Matthias von Österreich einbringen könnte, da Wolf Sigmund in dessen Diensten stand.
Die Rache
Den Landesherrn mit dieser Lappalie zu befassen getraute sich Hans Segger nun aber auch nicht und so sann er auf private Rache. Er lud Wolf Sigmund und seine Gattin unter einem Vorwand zu sich nach Hause ein.
Als diese dort eintrafen wollte er dem Losensteiner als Vergeltung ebenfalls einen Schlag aufs Ohr versetzen, traf ihn aber nur am Hals, worauf ihm Wolf Sigmund erneut eine "Maullschölln" (Maulschelle / Watsche) verpasste.
Der Duellbrief
Nach diesem Vorkommnis schrieb Wolf Sigmund einen ziemlich derben Brief an Hans Segger. Darin teilte er ihm mit, dass wenn nicht die Frauen anwesend gewesen wären er ihn "den Sohn einer H...e wollt anders getractiert haben" und forderte ihn sogar zum direkten Duell auf Leben und Tod auf:
Hans Segger antwortete umgehend und begründete auf allerlei Art und Weise warum er dieses Duell nicht ausführen könne. Unter anderen war seine Ausrede, dass er und seine Frau eine Einheit seien und wenn er alleine kämpfen würde, wäre er nur eine Hälfte...
Das Urteil: Stattdessen verklagte er den Losensteiner erneut, welcher schließlich entschied, dass die Schuld gesühnt wäre wenn ihm Hans Segger auch einen Maulstreich verpassen dürfe. Als der Losensteiner vor Gericht den Kopf hinhielt, begnadigte ihn der damalige Landeshauptmann Siegmund von Lamberg kurzerhand.
Biographien der Losensteiner
Die Losensteiner gehörten gerade im Hoch- & Spätmittelalter zu einem der einflussreichsten Geschlechter mit zahlreichen wichtigen Positionen in Kirche und Staat. Hier finden Sie detaillierte Lebensbeschreibungen bedeutender Persönlichkeiten aus den Reihen der Herren von Losenstein.
Gundacker IV. von Losenstein
Stadtpfarrer von Linz (1348-1371)
Biographie lesenBerthold II. von Losenstein
Stadtpfarrer von Salzburg
Biographie lesenGeorg I. von Losenstein
Landeshauptmann der Steiermark (1491-1494) & Oberösterreich (1494-1501)
Biographie lesen
Dietmar V. von Losenstein
Landeshauptmann von Oberösterreich (1571-1577)
Biographie lesen
Wolf Sigmund von Losenstein
Obersthofmarschall zweier Kaiser, Reichshofrat, Oberstjägermeister & Kämmerer
Biographie lesenChristoph II. von Losenstein
Hauptmann der Leibgarde von Kaiser Maximilian II., Reichshofrat von Kaiser Ferdinand I.
Biographie lesen
Hans Wilhelm von Losenstein
Begründer der Hohen Schule Loosdorf, Architekt des Renaissanceumbaus der Schallaburg
Biographie lesenGeorg Achaz I. von Losenstein
Reichshofrat von Kaiser Rudolf II., Architekt des Renaissanceumbaus Losensteinleithen
Biographie lesenJohann Georg Franz Adam von Losenstein
Rittmeister im Taffischen Regiment - Letzter zeugungsfähiger Losensteiner (im Duell verstorben)
Biographie lesen
Franz Anton, Fürst von Losenstein
Coadjutor von Olmütz, Titularbischof von Dura, Dompropst von Passau - Der letzte Losensteiner
Biographie lesenGundacker IV. von Losenstein war der Sohn Hartneids I. und war für den geistlichen Stand ausersehen. Gundacker wurde Chorherr (Mönch) in Passau.
Kirchliche Karriere
Bereits im Jahre 1336 tritt Gundaker als einer der Passauer Kanoniker in Erscheinung und ist am 25.07.1336 Zeuge und Siegler bei einem Vergleich zwischen Bischof Albrecht und Hadamar von Waldegg.
Ab dem Jahr 1348 wird er bereits als Stadtpfarrer von Linz geführt - vor allem mit dem Hinweis, dass durch ihn selber und seine Kontakte in die führenden Häuser des Landes der Pfarre zahlreiche Zehenten, Untertanen und Benefizien erhielt und er deshalb 1365 einen päpstlichen Gnadenbrief erhielt.
Siegel Gundakers aus einer Urkunde vom 25.11.1348 - eine Madonna mit Kind zeigend
Das Siechenhaus
Unter Gundaker wurde im Jahre 1353 auch das Siechenhaus in Straßfelden an der Ebelsberger Straße erbaut.
Zur geographischen & historischen Einordnung: Straßfelden wurde in dieser Zeit als eine Siedlung weit außerhalb der Tore von Linz genannt. Tatsächlich handelte es sich dabei um das "Gut zu Straßfelden" - ein einzelner Bauernhof an der Straße nach Ebelsberg gelegen. An dieser Stelle (Landstraße 49, Ecke Bismarckstraße - also direkt im heutigen Zentrum) steht heute das Palais kaufmännischer Verein! Zur Zeit Gundaker befand sich das Stadttor allerdings beim heutigen Taubenmarkt - außerhalb war bäuerliches Land.
Der Chorhof in Passau
Gundaker besaß zudem einen eigenen Chorhof in Passau, welcher zwischen dem sog. Leibniczer Hof und dem Pfarrhof zu St. Paul stand und heute unter der Adresse "Steinweg 13" in Passau immer noch erhalten ist. Am Portal findet sich nach wie vor das Wappen der Losensteiner!
Nach seinem Tod erbten seine Brüder Perchtold II. (ebenfalls Domherr zu Passau & Stadtpfarrer in Salzburg) und Hartneid II. den Hof, wobei letzterer auf seinen Erbteil zugunsten Perchtold II. verzichtete.
Tod
Gundaker verstarb vermutlich im Jahr 1370, da im April 1371 schon sein Nachfolger die Pfarre Linz leitete.
Quelle: Ludwig Rumpl aus dem "Historischem Jahrbuch der Stadt Linz" - 1966
Berthold II. (oder Perchtold II.) von Losenstein wurde um das Jahr 1320 als jüngster Sohn des Hartneid I. von Losenstein auf der gleichnamigen Burg im Ennstal geboren. Genauso wie sein Bruder Gundacker IV. war er für die geistliche Laufbahn vorgesehen.
Beginn der Kirchenlaufbahn
So wurde er schließlich auch erstmalig am 29. Juni 1351 als "Kanonikus von Salzburg" urkundlich erwähnt. Diese Erwähnung fand allerdings aus einem weniger rühmlichen Anlass statt - dem sogenannten "Chorherrenstreit".
Domplatz von Salzburg zur Zeit Bertholds II. von Losenstein (um 1360)
Stadtpfarrer von Salzburg
Auch im Jahr 1358 wird er noch als "Canonicus ecclesiae Salzburgensis" in einer Urkunde vom 27. August 1358 erwähnt. Darin erhielt er vom damaligen Passauer Bischof von Weißenegg (der mit ihm verwandt war) den Auftrag, den vom Salzburger Domkapitel neu gewählten Probst des Augustiner Chorherrenstiftes Suben (Andreas von Lampoting) in sein Amt ordentlich einzuführen.
Im Jahre 1360 sollte die Stadtpfarre Salzburg auf Wunsch des Erzbischofs Ortolf von Weißenegg an Reichger von Rottau vergeben werden.
Berthold von Losenstein aber interventierte erfolgreich persönlich beim Papst Innozenz VI in Avignon und wurde schließlich durch päpstlichen Erlaß zum neuen Stadtpfarrer von Salzburg ernannt.
Spuren seines dortigen Wirkens können in den Jahren 1369, 1371, 1381 und 1387 urkundlich nachgewiesen werden.
Der Passauer Chorhof
1370 starb sein ebenfalls als Chorherr (im Domkapitel Passau) dienender Bruder Gundacker IV., welcher Stadtpfarrer von Linz war. Daraufhin erbte er zusammen mit seinem anderen Bruder Hartneid II. den Passauer Chorhof Gundackers "gelegen zwischen dez Leibniczer Hof und des Pfarrer Hof zu St. Pauls" (lt. Bistumsarchiv Passau das heutige Gebäude "Luragogasse 2" in Passau) zur Hälfte.
Hartneid II. überließ ihm allerdings seine Hälfte auf Lebzeiten. Berthold nutzte daraufhin die Gelegenheit und verkaufte den Chorhof in Passau schließlich am 28. August 1380 an Eberwein den Degenberger.
Eigentum in Salzburg
Im Jahre 1376 erwarb Berthold von Heinrich dem Graesler ein Haus in der Salzburger Hundsgasse, einer alten Bezeichnung für die heutige Herrengasse (eine schmale, leicht gewundene Gasse am Fuß des Festungsberges in der Altstadt von Salzburg).
Herrengasse 22 (früher Hundsgasse) in Salzburg - das Wohnhaus von Berthold in seinem freieigenem Besitz
Politische Verstrickungen
Als der Dompropst Eberhard von Ovenstetten im Jahr 1385 stirbt, hatte dieser in dessen Testament seinen Neffen Ortolf von Ovenstetten als Nachfolger bestimmt. Diese Art der Nachfolgeregelung wurde aber vom Salzburger Erzbischof Pilgrim von Puchheim nicht anerkannt.
Berthold von Losenstein und drei andere Augustiner Chorherren bestanden aber auf Ortolf von Ovenstetten als Nachfolger und setzten sich Ende 1385 aus Protest mit diesem ihrem Kandidaten von Salzburg ins benachbarte Bayern ab.
Berthold dürfte aber diese dem Erzbischof Pilgrim feindliche Fraktion schon vor dem 23. Dezember 1387 wieder verlassen haben und nach Salzburg zurückgekehrt sein, da er nicht erwähnt wird als über seine drei Mitbrüder an diesem Tage die Exkommunikation ausgesprochen wurde...
Tod
Das letzte Mal wird Berthold von Losenstein schließlich am 25. Februar 1390 als Pfarrer und Domkustos von Salzburg erwähnt. Nur drei Monate später - am 11. Mai 1390 - verstarb Berthold von Losenstein im Alter von ca. 70 Jahren.
Quelle: Römisch Historische Mitteilungen, Heft 18, 1976 - Prof. Josef Lenzenweger "Berthold von Losenstein, Päpstlich ernannter Pfarrer von Salzburg"
Georg (oder Jörg) von Losenstein wurde um das Jahr 1440 auf Schloß Gschwendt (Neuhofen/Krems) geboren und war der einzige überlebende Sohn von Rudolf II. v. Losenstein - dem Begründer der Linie Gschwendt.
Wappen Georg v. Losensteins
Frühe Jahre
Bereits im Alter von ca. 10 Jahren starb jedoch sein Vater und seine Mutter Magdalena von Polhaim & Wartenburg nahm sich daraufhin den Hans von Traun als Gatten. Dieser stammte aus einer sehr alten und einflußreichen Dynastie und dürfte seine politische Laufbahn wesentlich mitbeeinflußt haben.
Im Jahre 1460 heiratete er die damals erst 15jährige Anna von Törring. Sie stammte aus dem hochadeligen bayrischen Adelsgeschlecht der Törringer und war Alleinerbin des Hauses Törring. Sie verzichtete 1475 gegen eine Einmalzahlung von 2.000 Gulden auf die Güter ihrer Eltern und brachte somit diese äußerst großzügige Summe in die Ehe ein. Mit ihr zeugte er insgesamt 11 Kinder.
Seine Karriere
Erstmalig ins öffentliche Licht der Geschichte trat Georg von Losenstein im Jahr 1472. Zusammen mit seinem Cousin aus der Linie Losensteinleithen/Schallaburg - Herrn Wilhelm von Losenstein - besaß er das sog. Losenstein'sche Haus in der damaligen "Västlgasse" in Steyr. Dieses verkaufte er in jenem Jahr an den Dominikanerorden.
Im Jahr 1474 stand er dem OÖ Landeshauptmann Johann von Starhemberg bei der Belagerung und Eroberung der von den Böhmen eingenommenen Burg Hörschlag im Mühlviertel bei.
Bald darauf - ab dem Jahr 1478 trat er in den Dienst Kaiser Friedrich III. welcher seit 1452 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war und vielmals auch auf Schloß Linz residierte.
Kaiser Friedrich III - wohlwollender Herr Georg v. Losensteins
Kaiser Friedrich III ernannte ihn in besagtem Jahr 1478 zu einem von insgesamt zwei Hauptleuten im Hausruckviertel. Hier bestand seine Aufgabe vornehmlich in der Sicherung des Landfriedens und der Mobilmachung der Einwohner im Falle eines feindlichen Angriffs.
Landeshauptmann der Steiermark (1491-1494)
Fast 13 Jahre verbrachte er in dieser Position und wurde dann vom Kaiser am 4. Oktober 1491 zum Landeshauptmann der Steiermark ernannt. Er residierte dabei wie seine Vorgänger auf dem Schloß in Graz.
Als Landeshauptmann konnte Georg v. Losenstein in der Steiermark aber offenbar nie ganz Fuß fassen. Seine öffentlichen Auftritte lassen ihn mehr als Vertrauensmann des alternden, misstrauischen Kaisers Friedrich III (zu dieser Zeit schon fast 80 Jahre alt) und nicht als Vertrauensmann der Stände erscheinen.
Am 19. August 1493 schließlich verstarb sein Gönner und Herr, Kaiser Friedrich III in Linz. Hier trug der Losensteiner beim Leichenbegräbnis in Wien sogar die Trauerfahne für das Land Österreich ob der Enns - eine hohe Auszeichnung.
Landeshauptmann von Oberösterreich (1494-1501)
Nach dem Tod Friedrichs wurde er am 2. Jänner 1494 als Landeshauptmann der Steiermark abberufen. Er wurde aber sofort danach neuer Landeshauptmann von Österreich ob der Enns (dem heutigen Oberösterreich) und trat dort seine Position am 25. Februar 1494 an.
Georg von Losenstein war sowohl bei Kaiser Friedrich III als auch bei Kaiser Maximilian I. sehr angesehen und beliebt, denn beide wählten ihn zu Ihrem Rat.
Im Jahr 1491 war Georg auch Beisitzer jenes Gerichtes in Linz, bei dem der Kaiser über die Reichsstadt Regensburg die Reichsacht verhängte.
Späte Jahre und Tod
1501 schließlich gab er das Amt des Landeshauptmanns an seinen Nachfolger ab und wurde zum Hofrichter der niederösterreichischen Lande gemeinsam mit seinem Vetter Dr. Christoph von Losenstein bestimmt. Gleichzeitig wurde er auch Pfleger in (Wiener) Neustadt.
1507, im Alter von über 65 Jahren wurde er zum kaiserlichen Pfleger von Freistadt im Mühlviertel und ein Jahr später zum Pfleger von Eisenstadt im Burgenland bestimmt. Hier wurde ihm auch die Verwaltung des Eisenstädter Schlosses (heute Schloss Esterhazy) übertragen.
Hier in Eisenstadt starb er schließlich im Jahr 1509 im Alter von fast 70 Jahren.
Quellen: "Die Landeshauptleute der Steiermark 1236-2002" v. Naschenweg, Verlag Styria; "Historischer Katalog über die Landeshauptleuth des Erz Herzogthum ob der Enns" v. Preuenhuber, 1653
Dietmar von Losenstein war ein Sohn des Wolf von Losenstein und seiner Gattin Elisabeth von Boskowitz-Tschernahor. Er wurde um 1510 auf Schloß Gschwendt geboren. Von seinen drei Brüdern starben zwei im Kindesalter und einer - Georg von Losenstein - wurde später Kriegsherr und Oberst über ein Regiment der kaiserlichen Armee.
Familie
Dietmar selbst war insgesamt dreimal verheiratet. Um das Jahr 1530 dürfte Dietmar seine 1. Frau - Martha von Liechtenstein - geheiratet haben. Mit ihr zeugte er insgesamt 12 Kinder. Als diese 1560 starb, ehelichte er seine 2. Frau - Euphemia von Hohenfeld, diese Ehe blieb aber kinderlos und schließlich heiratete er als 3. Frau die Helene Freiin von Herberstein, mit welcher er noch weitere 3 Kinder zeugte - darunter der Stammhalter Wolf Sigmund von Losenstein. Die Linien seiner anderen 8 Söhne starben allesamt nach kurzer Zeit aus.
Seinen Kindern ermöglichte er zudem Ausbildung auf höchstem Niveau, so studierten drei seiner Söhne an den angesehensten Universitäten seiner Zeit - Padua, Siena & Bologna.
Frühe Jahre und Kriegsdienst
Der Vater Dietmar's war in der Geschichtsschreibung mehr berüchtigt als berühmt (siehe auch "Türkenflucht" und "Raubritter") und dürfte seinen Söhnen so manch erzieherischen Drill auf den weiteren Weg mitgegeben haben.
So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass neben seinem Bruder Georg auch Dietmar der Weg als Ritter und Kriegsherr vorbestimmt war und die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1529 aufgrund des erworbenen großen Ruhmes bei der 1. Türkenbelagerung von Wien erfolgte.
Gefangenschaft bei den Türken: Am 10. Oktober 1537 wurde Dietmar bei der berühmten Schlacht von Essek (heutiges Ungarn) von den türkischen Heerscharen zusammen mit einigen anderen gefangen genommen und nach Stuhlweißenburg (heutiges Székesfehérvár) gebracht. Nach vielen Jahren Gefangenschaft, in denen er nach zeitgenössischen Berichten "viel ausgestandenes Elendt" zu erdulden hatte, kam er durch die Bezahlung eines horrenden Lösegeldes - welches sein Vater Wolf für ihn entrichtete - wieder frei.
Politische Karriere
Nach seiner Freilassung und Wiedergenesung wandte er sich von den Schlachtfeldern ab und hin zur Politik. So wurde er schließlich im Jahre 1562 fürstlich passauischer Rat von Bischof Urban von Trennbach und nur zwei Jahre darauf im Jahr 1564 kaiserlicher Rat von Kaiser Ferdinand I.
Landeshauptmann von Oberösterreich (1571-1577)
Dieser Vertrauensbeweis des Kaisers kam aber nicht von ungefähr, in der Ernennungsurkunde wurde bereits erwähnt, dass Dietmar wegen "seiner Erbarkeit, Geschicklich= und Erfahrenheit, auch alten Herkommen und Standes; insonderheit aber um der ansehnlichen Dienst willen, die er Ihrer Kays. Majestät und Dero gelibten Herrn und Vattern in Kriegs= und Friedens=Zeiten erzeigt" ernannt wurde.
Als Kaiser Maximilian II. am 12. Oktober 1576 stirbt, wird er nur einen Tag später von dessen Sohn und Nachfolger Kaiser Rudolf II. am 13. Oktober 1576 in Regensburg in seinem Amt bestätigt.
Das Freihaus Losenstein in Linz
Er verlegte auch seinen Lebensmittelpunkt von Gschwendt nach Linz, erwarb im Jahr 1573 zwei Häuser in der Linzer Altstadt und ließ sie zu einem ansehnlichen Gebäude umbauen. Dieses ist heute noch als "Freihaus Losenstein" unter der Adresse Altstadt 2 in Linz zu finden.
Das Freihaus Losenstein in der Linzer Altstadt (Altstadt 2)
Tod und Grabmal
So war es denn auch Linz, genauer gesagt im Linzer Schloss, wo Dietmar der V. von Losenstein schließlich am 20. Jänner 1577 im Alter von etwa 70 Jahren verstarb. Seine letzte Ruhe fand er, wie die meisten seiner Vorfahren, in der "Losensteiner Kapelle" in Garsten wohin er nach seinem Tode überführt wurde.
Dietmar V. war überaus beliebt und so ist es auch zu erklären, dass sein Begräbniszug lt. einer zeitgenössischen Quelle mit großer Pracht von viel Adel und der Bürgerschaft zu Steyr durch die Stadt bis Garsten begleitet wurde.
Links das Grabmal Georg v. Losensteins und rechts jenes von Dietmar V. v. Losenstein
In der Losensteiner Kapelle erhielt er - gemeinsam mit seinem Bruder Georg - eines der prächtigsten Monumente aus Marmor. Unter seinem überlebensgroßen Abbild finden sich auch Reliefs besagter Schlacht von Esseck und der Türkenbelagerung von Wien.
Quellen: OÖ Landesarchiv; "Historischer Katalog über die Landeshauptleuth des Erz Herzogthum ob der Enns" v. Preuenhuber, 1653
Wolf Siegmund von Losenstein war wohl einer der politisch einflußreichsten und vermögensten Losensteiner. Er war stets bestrebt die vorhandene Macht zu festigen und auszubauen. Er selbst entstammt der Linie zu Gschwendt, doch sollte in seiner Person das Schicksal sämtliche Besitzungen der Losensteiner auf eine Linie zusammenführen.
Herkunft und Jugend
Wolf Sigmunds Vater war der damalige OÖ Landeshauptmann Dietmar V. von Losenstein, welcher insgesamt 3x verheiratet war. Aus der 1. Ehe entstammten bereits 13 Kinder, die 2. Ehe blieb kinderlos und aus der 3. Ehe mit Helene Freiin von Herberstein entstammte er schließlich als jüngstes von 3 Kindern. Er wurde im Jahr 1567 auf Schloß Gschwendt im heutigen Neuhofen/Krems geboren.
Nach dem Tod seines Vaters 1577 war Wolf Sigmund gerade einmal 10 Jahre alt, doch ebneten ihm dessen zahlreiche hervorragende Kontakte in die österr. Politiklandschaft und zum Herrscherhaus die Bahn für die weitere Karriere.
Eine unrühmliche Episode
Davor sollte er die Bühne der Geschichte aber noch mit einer eher unrühmlichen Episode betreten. So war er 1588 bei der Hochzeit seines Freundes Christoph von Schallenberg eingeladen und ohrfeigte dabei einen der anwesenden Gäste derart, dass ein mehrjähriger Gerichtsprozess daraus resultierte - der sogenannte "Ohrfeigenprozeß".
Wiedervereinigung der Linien
Wolf Sigmund übernahm von seinem Vater die reiche Herrschaft Gschwendt und war ein würdiger Vertreter dieser Linie. Die Nebenlinie der Losensteiner zu Losensteinleithen & Schallaburg häufte dagegen mit dem prächtigen Ausbau der Schallaburg im Laufe von 3 Generationen immense Schulden an, die schließlich dazu führten, dass alle Güter an Georg v. Stubenberg übertragen werden mussten.
Wolf Sigmunds Umsicht ist es zu verdanken, dass er umgehend Verhandlungen aufnahm damit - lt. Originalurkunde von 1614 - "solch altes Losensteinische Gut und Herrschaft nicht von dem Geschlecht vom Stamme der Herren von Losenstein in fremde Hand komme". So kaufte er das Stammschloss Losensteinleithen als "nächster Stamm und stammesverwandter Blutsfreund" wieder zurück.
Dieses Jahr 1614 sollte in die Geschichte eingehen, als die seit ca. 1430 geteilten Linien (Gschwendt & Losensteinleithen) unter seiner Führung wieder vereinigt wurden.
Seine Familie
Wolf Sigmund war lt. zeitgenössischen Berichten kein Kind von Traurigkeit und hatte zahlreiche Techtelmechtel und Affären. Erhalten geblieben ist dabei u.a. ein Brief an eine gewisse Marusch v. Lappitz, welches voll Romantik mit "Mein güldener Schatzhauffen..." beginnt.
Schließlich ging er aber dann im Alter von 25 Jahren in den Stand der Ehe ein und heiratete am 9.2.1592 die angesehene Susanna von Roggendorf. Die Hochzeit fand dabei im väterlichen Palais (heute Freihaus) Losenstein in Linz statt. Aus dieser Ehe entstammten insgesamt 7 Kinder, 5 Mädchen und 2 Jungen.
Seine Frau Susanna verstarb 1616 im Alter von nur 43 Jahren. Die nächsten 6 Jahre blieb er unverheiratet ehe er nach dem Tode seines Cousins Georg Christoph von Losenstein im Jahre 1622 dessen Wittwe Anna von Stubenberg heiratete. Aus dieser Ehe entstammten jedoch keine Kinder mehr.
Bildung & Karriere
Im Alter von 15 Jahren inskribierte Wolf Sigmund 1582 an der Universität Padua und drei Jahre später 1585 an der Universität in Siena. Beide sehr angesehen zu jener Zeit und beliebte Orte um die österr. Adelsjugend ausbilden zu lassen.
Eigenhändige Unterschrift von Wolf Sigmund auf einem Vertrag aus dem Jahre 1614 (Wolf Sigmund, Herr zu Losenstein)
So wurde er schon bald zum Statthalter in Wien von Kaiser Rudolf bestellt und war nebenbei dessen kaiserlicher Rat. Diese Funktion übte er auch für die Erzherzöge Ernst & Matthias v. Österreich aus.
Später wurde er Regiments- & Reichshofrat sowie Oberstjägermeister von Kaiser Rudolph und dann auch bei seinem Nachfolger Kaiser Matthias. Als Krönung seiner Karriere stieg er schlußendlich zum Reichshofmarschall von Kaiser Matthias auf und war somit der oberste Verwaltungsbeamte des kaiserlichen Hofes zu Wien!
In dieser Funktion organisierte er auch die Krönungszeremonien von Kaiser Matthias im Jahre 1612 in Frankfurt/Main sowie die Krönung von dessen Nachfolger Kaiser Ferdinand II.
Ferdinand II, Kaiser des hl. röm. Reiches - dieser erhob Wolf Sigmund in den Grafenstand
Auch war es jener Kaiser Ferdinand II., welcher Wolf Sigmund und somit alle seine Nachkommen 1623 in den Reichsgrafenstand erhob. Zweifelsohne ein Höhepunkt seines Lebens.
Seine Religion
Wolf Sigmund war - wie auch schon seine Vorväter - anfangs ein eifriger Anhänger der Lehre Luthers und war geprägt von einer Zeit großen protestantischen Selbstbewußtseins. Dies spiegelt sich recht gut in einem Vorfall aus 1610 wider. Hier sollte die protestantische Christina von Losenstein im (katholischen) Kloster Garsten in der "Losensteiner Kapelle" begraben werden. Der Abt weigerte sich, da Christina protestantisch war. Darauf interventierte Wolf Sigmund in seiner Funktion als Hofmarschall bei König Matthias und erwirkte vom Abt in Garsten, dass das Begräbnis doch stattfand.
Doch schon 6 Jahre später, 1616, als Wolf Sigmunds eigene Gattin Susanna von Losenstein (geb. v. Roggendorf) starb, weigerte sich der Abt erneut, wandte sich aber diesmal an den Passauer Bischof und verweigerte bis zuletzt das Begräbnis. Der Kaiser konnte und wollte hier nicht mehr schlichtend eingreifen. Die Zeiten wurden härter, die Gegenreformation stand kurz bevor.
So konvertierte er am 6. Januar 1622 wieder zum katholischen Glauben.
Sein Tod
Im Alter von 59 Jahren starb Wolf Sigmund schließlich am 19. März 1626 in Wien an einem Schlaganfall. Sein Leichnam wurde dann in die Erbbegräbnisstätte der Losensteiner - der sog. "Losensteiner Kapelle" - im Kloster Garsten überstellt wo er seitdem ruht.
Grabinschrift von Wolf Sigmund in der Losensteiner Kapelle
Nur 66 Jahre später, im Jahre 1692 sollte dann das ehrwürdige Geschlecht der Losensteiner mit seinem Enkel Fürst Franz Anton von Losenstein für immer erlöschen.
Quellen: "Tagebuch aus dem Jahre 1627" v. Zacharias Allert; Beiträge zur Landeskunde ob der Enns Nr. 36 von 1884
Christoph II. von Losenstein wurde um das Jahr 1525 geboren und war der jüngste Sohn des Achaz von Losenstein, zu seiner Zeit Landrat in Oberösterreich und seiner Mutter Salome von Polheim in der Linie Losensteinleithen. Sein Großvater Florian von Losenstein erhielt damals bei der Losensteiner Güterteilung die Burg Schallaburg von seinem Vater und es ist anzunehmen, dass Christoph II. dort auch seine Kindheit verbracht hatte.
Seine vier Schwestern wurden alle in angesehene Familien verheiratet, sein einziger Bruder Georg heiratete in das Geschlecht derer von Volkenstorf - blieb aber kinderlos, so war es an Christoph II, den Namen und die Linie fortzuführen.
Familie
Er heiratete im Jahr 1544 Christina von Montfort, eine polnische Prinzessin, welche Hofdame bei Königin Anna war. Sie war die Tochter des Grafen Georg von Montfort und der polnischen Prinzessin Katharina.
Jedenfalls entsprangen aus dieser Ehe insgesamt 5 Kinder, wobei jedoch nur zwei Söhne das Erwachsenenalter erreichten. Es waren dies der berühmte Hans Wilhelm von Losenstein (Begründer der Loosdorfer Hohen Schule & Vollender der heutigen Schallaburg) sowie der einzige Stammhalter der Linie Georg Achaz I. von Losenstein. Beide wurden von Ihrem Vater auf die angesehene Universität Padua zum Studium der Rechtswissenschaften gesandt.
Seine Laufbahn
Christoph II. war kein Mann des Krieges und so schlug er schon bald eine politische Laufbahn ein. Dabei brachte er es schließlich um das Jahr 1550 zum Reichshofrat von König und später Kaiser Ferdinand I. und kurz vor seinem Tod 1558 sogar zum Hauptmann der Leibgarde (Trabantenhauptmann) von Kaiser Maximilian II. in Wien.
Doch baute Christoph seine starke Macht bei Hofe nie voll aus, sondern widmete sich mehr seinem ausgiebigen Grundbesitz. Er besaß zur damaligen Zeit neben der Schallaburg, auch das Stammschloß in Losensteinleithen, ein Drittel der Herrschaft & Burg Losenstein und die Herrschaft Weißenburg an der Pielach.
Die Schallaburg
Nach dem plötzlichen Tod seines kinderlosen Onkels Sebastian von Losenstein (berühmt vor allem durch das sog. Losensteiner Turnier 1521) erbte Christoph II. im Jahr 1540 die mittelalterliche Schallaburg, welche im Jahr 1450 durch Erbschaft von den Zelkingern an die Losensteiner gekommen war. Unter Christophs Herrschaft wurde mit der ersten großen Aus- & Umbaustufe auf der Schallaburg begonnen.
Die Schallaburg zur Zeit Christoph II. vor den begonnen Umbauten (ca. 1550)
Loosdorf
Neben seinen Bemühungen um die Umbauten auf Schallaburg lag ihm auch das religiöse Leben der am Fuße der Schallaburg liegenden Ortschaft Loosdorf besonders am Herzen. Der bereits protestantisch gesinnte Christoph II. erwarb dazu im Jahre 1546 von den Zelkingern die Lehenschaft und auch die Vogtei über den Ort Loosdorf und konnte ab diesem Zeitpunkt mit der Schallaburg über die Geschicke der Pfarre mitbestimmen.
Pfarrkirche Loosdorf, von Christoph im Jahr 1550 begonnen (und später von seinem Sohn Hans Wilhelm vollendet)
Seine große Idee war es, die seit vielen Jahren zerstörte Kirche wieder aufzubauen und die völlige Neuerrichtung einer Schule für die Bürger von Loosdorf sowie die Kinder der Adeligen aus der Umgebung. Ein für damalige Zeiten sehr ehrgeiziges und fortschrittliches Denken.
Sein früher Tod
Leider durchkreuzte sein plötzlicher Tod all diese Pläne. Christoph II. von Losenstein starb am 21. Dezember 1558 in Prag im Alter von nur 33 Jahren. Zuvor hatte er allerdings noch in seinem Testament verfügt, dass von seinen beiden Söhnen:
Georg Achaz I. (damals 13 Jahre alt) das Wasserschloss Losensteinleithen, die Herrschaft Weißenburg und ein Drittel der Burg und Herrschaft Losenstein erhalten solle
Hans Wilhelm (damals 15 Jahre alt) dafür die Schallaburg erhalten solle um sein Werk fortzuführen. Eine kluge Entscheidung wie sich später noch herausstellen sollte...
Quellen: "Die protestantische 'Hohe Schule' in Loosdorf 1574-1627" v. Helen Miklas; www.schallaburg.at
Hans Wilhelm von Losenstein war der ältere der beiden Söhne von Christoph II. mit seiner Gattin Christina von Montfort und wurde im Jahr 1546 geboren. Von seinen 4 Geschwistern erreichte aber lediglich sein um zwei Jahre älterer Bruder Georg Achaz mit ihm das Erwachsenenalter.
Als sein Vater Christoph II. im Jahr 1558 starb, war Hans Wilhelm gerade mal 12 Jahre alt, doch hatte sein Vater testamentarisch verfügt, dass er sein Nachfolger auf der Schallaburg werden sollte. Sein Bruder Georg Achaz erhielt dafür das Stammschloss Losensteinleithen, die Herrschaften Weißenburg a.d. Pielach und ein Drittel der Burg Losenstein.
Seine Bildung
Hans Wilhelm ging in Wittenberg oder Regensburg zur Schule. Im Alter von 21 Jahren inskribierte er 1563 an der berühmten Universität von Padua Rechtswissenschaften.
Während dieser Studienzeit hatte Hans Wilhelm auch ausreichend Gelegenheit, den in Italien schon weit verbreiteten Renaissancestil zu studieren und seine Eindrücke später mit nach Niederösterreich zu nehmen.
Weiters wurde er (wie auch sein Bruder Georg Achaz I.) von seinem Vater für gesamt 8 Jahre in fremde Länder wie "Boeheim, Frankreich und Welschland (Italien)" geschickt, damit er sich "weiter umbsehe und was erfare und neben freyen Kuensten auch frembde Sprachen lerne" - so beherrschte Hans Wilhelm schlußendlich neben Deutsch auch Latein, Böhmisch, Italienisch und Französisch und war darin "wol beredt gewesen"...
Seine Familie
Am 11. Juli 1568 heiratete Hans Wilhelm auf Schloss Polheim bei Wels die damals zwanzigjährige Radegund von Scherffenberg. Die Ehe blieb allerdings kinderlos und als Radegund im Jahr 1597 starb, heiratete er nach einem Trauerjahr die Wittwe Christine von Roggendorf. Doch auch diese Ehe blieb kinderlos.
Sein Lebenswerk
Ganz im Gegensatz zu seinem Vater bekleidete Hans Wilhelm zwar einige Titel bei den regierenden Landesfürsten (1582 Kämmerer und ab 1588 Oberst Hofmarschall bei Erzherzog Matthias bzw. ab 1591 gewählter kaiserlicher Rat), jedoch waren dies reine Ehrenämter ohne tatsächliche Funktion.
Hans Wilhelm war vielmehr damit beschäftigt, das Werk seines Vaters Christoph II. - welcher bereits mit dem ersten Umbau des Schlosses und dem Wiederaufbau des kirchlichen Lebens in Loosdorf begonnen hatte - mit derselben Begeisterung fortzuführen.
1) Der Ausbau der Schallaburg
Mit derselben Tatkraft wie sein Vater vollbrachte er den großzügigen und prachtvollen Ausbau der Schallaburg von einer mittelalterlichen Burg zu einer der prächtigsten Renaissanceschlösser unserer Breiten. In den Jahren 1572 bis 1600 wurde neben dem Turniergarten auch der große Arkadenhof mit seinen repräsentativen zweigeschossigen Laubengängen und dem einzigartigen Terrakotta-Schmuck - bestehend aus etwa 1.600 Einzelteilen - errichtet:
Vor dem Umbau
Nach dem Umbau
2) Der Ort Loosdorf
Hier erwirkte Hans Wilhelm vom Kaiser im Jahr 1584 die Erhebung des Ortes zum Markt und erreichte, dass ab dem Jahr 1588 jährlich ein Markt abgehalten werden durfte, was Loosdorf erhebliche wirtschaftliche Vorteile brachte. Auch war er es, der bei Kaiser Rudolf II. im Jahr 1590 erwirkte, dass Loosdorf ein eigenes Wappen verliehen bekam. Noch heute ziert deshalb der Panther der Losensteiner das Loosdorfer Marktwappen:
Das Wappen von Loosdorf mit dem Losensteiner Panther
Loosdorf hält das Losensteiner Erbe übrigens heute noch hoch - so findet man neben einer "Losensteinerstraße" auch eine "Losensteinerhalle" als modernen Veranstaltungsort.
3) Die Pfarrkirche Loosdorf
Nachdem die alte Pfarrkirche in Loosdorf bei den Türkeneinfällen 1529/1532 gänzlich zerstört und nicht mehr aufgebaut wurde, begann bereits sein Vater Christoph II. im Jahr 1550 mit dem Wiederaufbau des Gotteshauses als protestantisches Gebetshaus. Nun führte Hans Wilhelm das Werk ab dem Jahr 1570 fort und stellte es im deutschen Renaissancestil schließlich 1588 fertig. Sie zählt heute zu den bedeutendsten Kirchenbauten der Reformationszeit in Niederösterreich.
4) Die Hohe Schule
Ein großer Wunsch seines Vaters war es, eine Schule für die Bürger von Loosdorf und die umliegende adelige Jugend zu erbauen. Hans Wilhelm kam diesem Wunsch mit der Errichtung der sog. "Hohen Schule" in Loosdorf nach und ließ im selben Jahr auch eine eigene Schulordnung anfertigen und drucken, welche einen detailliert ausgearbeiteten Lehrplan für 4 Klassen in den Fächern Latein, Griechisch, Musik, Dialektik, Rhetorik, Poetik und Arithmetik (Mathematik), Geschichte, Hebräisch und schlußendlich auch philosophischen Einführungsunterricht beinhaltete.
Sein Tod
Hans Wilhelm von Losenstein stirbt schließlich im Jahre 1601 nach einem erfüllten und arbeitsreichen Leben im Alter von 56 Jahren und wurde in der von ihm errichteten Loosdorfer Kirche beigesetzt. Dieses Grabmal wurde später in die Schloßkapelle der Schallaburg verlegt und beherbergt ein spektakuläres Hochgrab. Die Grabplatte trägt die nahezu vollplastische Figur Hans Wilhelms, dargestellt in voller Rüstung.
Das Grabmal von Hans Wilhelm von Losenstein
Das Erbe: Er hinterließ zwar ein großartiges Lebenswerk, damit verbunden aber auch einen riesigen Schuldenberg und leitete damit zugleich das Ende der Linie von Losenstein zu Losensteinleithen & Schallaburg ein. Als Hans Wilhelm im Jahr 1601 kinderlos verstarb, gelangte sein Erbe in die Hände seines Neffen Georg Christoph II. Dieser hoffte, die Schuldenlast durch die Heirat der reichen Anna von Stubenberg zu verringern, jedoch führte Georg Christoph II. selbst ein sehr verschwenderisches Leben, sodass die Schulden bis zum Jahr 1614 auf fl 120.000 anstiegen. Er war bankrott - sein einziger Sohn Georg Wolfgang musste schlußendlich völlig verarmt nach Böhmen emigrieren.
Quellen: "Die protestantische 'Hohe Schule' in Loosdorf 1574-1627" v. Helen Miklas; "Hans Wilhelm von Losenstein auf Schallaburg" v. Gustav Reingrabner; www.schallaburg.at
Georg Achaz I. von Losenstein war der jüngere der beiden Söhne von Christoph II. mit seiner Gattin Christina von Montfort und wurde im Jahr 1545 geboren. Von seinen 4 Geschwistern erreichte aber lediglich sein um zwei Jahre jüngerer Bruder Hans Wilhelm - der berühmte Herr der Schallaburg - das Erwachsenenalter.
Als sein Vater Christoph II. im Jahr 1558 starb, war Georg Achaz gerade mal 13 Jahre alt. Während sein Bruder Hans Wilhelm die Schallaburg erhielt, bekam Georg Achaz I sämtliche anderen großen Besitzungen der Linie Losensteinleithen: das Stammschloss Losensteinleithen (wo er auch künftig residierte), die Herrschaft Weißenburg an der Pielach und ein Drittel der Burg & Herrschaft Losenstein im Ennstal.
Seine Bildung
Genau wie sein Bruder Hans Wilhelm besuchte der aus einer protestantischen Familie kommende Georg Achaz die Schule in Wittenberg oder Regensburg. Gemeinsam mit seinem Bruder inskribierte er weiters im Jahr 1563 an der berühmten Universität in Padua Rechtswissenschaften.
Wie der Leichenpredigt für Georg Achaz zu entnehmen ist, wurde er (wie auch sein Bruder Hans Wilhelm) von seinem Vater für gesamt 8 Jahre in fremde Länder wie "Boeheim, Frankreich und Welschland (Italien)" geschickt - so beherrschte Georg Achaz schlußendlich neben Deutsch auch Latein, Böhmisch, Italienisch und Französisch.
Seine Familie
Im Jahr 1568 heiratete er Christina von Perkhaim, die letzte eines uralten Adelsgeschlechtes. Sie gebar ihm zwei Söhne, wovon der Erstgeborene - Wolf Christoph - im Jahr 1569 bereits als Baby im Alter von nur 5 Tagen verstarb. Erst 20 Jahre später - 1589, gebar sie ihm dann einen weiteren Sohn - Georg Christoph II, der später das schwere Erbe der Schallaburg mit dessen riesigen Schulden erben sollte.
Seine Karriere
Georg Achaz trat wie so viele seiner Vorväter in die Dienste des Kaisers. So wurde er Reichshofrat von Rudolf II., Kaiser des hl. römischen Reiches und war dort am Hofe sehr angesehen. Auch erlangte er großes Ansehen als Kaufmann im Land ob der Enns und brachte es zu nicht unerheblichem Vermögen.
Sein Lebenswerk
1) Der Ausbau von Losensteinleithen
Nachdem Georg Achaz das Stammschloss Losensteinleithen von seinem Vater übernommen hatte, begann er in den Jahren um 1560 bis 1570 mit dem großzügigen Ausbau des Wasserschlosses Losensteinleithen. Genau wie sein Bruder, der inspiriert von den italienischen Palazzi den großzügigen (und teuren) Ausbau der Schallaburg vorantrieb, steckte er seine Energie in die prachtvolle Erweiterung von Losensteinleithen.
Losensteinleithen nach dem Ausbau durch Georg Achaz I. (1560-1570)
2) Der Ort Waizenkirchen
Seine Gattin Christina von Perkhaim war nach dem Tod ihrer Eltern die alleinige Erbin aller Perkhaimer Güter, darunter vornehmlich das Schloss Weidenholz, die Herrschaft Würting und die Herrschaft Rossatz. Mit der Heirat gelangte Georg Achaz also neben seiner Stammburg Losensteinleithen zu einem weiteren prächtigen Anwesen - das Wasserschloss Weidenholz, wo er ebenfalls häufig residierte.
Schloss Weidenholz (heute Ortsteil Weidenholz in Waizenkirchen)
Während sein Bruder Hans Wilhelm sich intensiv um die Förderung und Belebung des Ortes Loosdorf kümmerte, legte Georg Achaz sein Augenmerk wiederum auf die Ortschaft Waizenkirchen. So erwirkte er im Jahre 1593 von Kaiser Rudolf II. die Erhebung Waizenkirchens zum Markt, was dessen Einwohner zu Bürgern machte und dem Ort bedeutende wirtschaftliche Vorteile brachte.
Dazu erhielt Waizenkirchen auf seine Fürsprache hin das Recht, jährlich zwei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt abhalten zu dürfen sowie ein eigenes Wappen, welches neben einer stilisierten Kirche auch wieder den Panther der Losensteiner auf blauem Grunde beinhaltete. Dieses Wappen trägt Waizenkirchen noch heute - genauso wie eine "Losensteinerstraße" an ihn erinnert.
Wappen von Waizenkirchen heute (links) und anno 1593 (rechts)
Sein Tod
Viel zu früh starb Georg Achaz I. am 6. Mai 1597 auf dem Linzer Schloss wo er im Dienste des Kaisers stand. In der berühmten Grablege des Geschlechts, der Losensteiner Kapelle im Kloster Garsten erhielt er das größte und monumentalste Grabmal aller Losensteiner:
Grabmal Georg Achaz I. im Kloster Garsten (Losensteiner Kapelle)
Dort ist Georg Achaz auf einem gewaltigen roten Marmorsarkophag in voller Rüstung liegend und betend vor einem Kreuz abgebildet. Eine marmorne Reliefplatte stellt diesen Ritter mit seiner Gemahlin Christine von Perkhaim und seinen Söhnen Georg Christoph II. und Wolf Christoph am Lebensbrunnen dar.
Georg Achaz I. sollte der letzte große Losensteiner aus der Linie Losensteinleithen/Schallaburg sein. Sein Sohn musste nämlich nur 17 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1614 die Schallaburg infolge seines verschwenderischen Lebensstils und den horrenden ererbten Schulden verkaufen. Sein einziger Sohn Georg Wolfgang, der Enkel Georg Achaz', starb schließlich 1635 19jährig und mit ihm diese Linie der Losensteiner aus.
Quellen: "Aschach, Eferding, Waizenkirchen u. Umgebung" v. Ludwig Commenda
Graf Johann Georg Franz Adam v. Losenstein, der gemeinhin in der Geschichtsschreibung als Franz Adam v. Losenstein bezeichnet wird, ist wohl eine der tragischsten Figuren des Losensteiner Adels. Auf seinen Schultern lastete das Überleben der Familie von Losenstein - ihm selber dürfte das Zeit seines Lebens noch nicht bewußt gewesen sein - nach seinem tragischen Tod war es aber dann nicht mehr zu verhindern.
Ein Blick zurück...
Um das volle Ausmaß dieser Tragödie besser zu verstehen, muss man zwei Generationen zurückblicken. Nachdem die Linie der Losensteiner auf Schallaburg mit der Emigration und dem Tod von Wolf Georg 1635 ausgestorben war, gab es nur noch die Gschwendter Linie. Hier leistete Franz Adam's Großvater Georg Achaz II. jedoch ganze "Arbeit" und zeugte insgesamt 20 Kinder in 2 Ehen ... der Fortbestand der Losensteiner schien damit auf lange Zeit gesichert.
Von den 20 Kindern waren jedoch 13 Töchter und nur 7 Söhne. Von diesen 7 Söhnen starben wiederum 5 im Säuglings- oder Kleinkindalter, sodass schlussendlich nur 2 das Erwachsenenalter erreichten. Von diesen beiden Söhnen schlug der eine - Franz Anton - die geistliche Laufbahn ein und war somit von "Berufs wegen" nicht für Nachkommenschaft geeignet. So blieb nur noch ein Sohn übrig - Franz Adam von Losenstein, der Vater von unserem Johann Georg Franz Adam - seinem EINZIGEN Sohn, nachdem dieser 1666 mit nur 35 Jahren schon früh verstarb.
Biographie
Das genaue Geburtsjahr von Johann Georg Franz Adam (J.G. Franz Adam) ist nicht genau bekannt, fällt aber um das Jahr 1660. Hier wurde er als erstes Kind und einziger Sohn von Franz Adam I. und Maria Theresia von Herberstein geboren.
Kurze Zeit später kam im Dezember 1666 seine einzige Schwester Maria Theresia v. Losenstein zur Welt, deren Geburt der Vater Franz Adam aber nicht mehr mit erlebte. Er starb bereits im August 1666.
J.G. Franz Adam wuchs im Stammschloss zu Gschwendt in Neuhofen/Krems auf und schlug wie sein Vater (der ab 1654 Regimentsrat war) die militärische Laufbahn ein. Hier gelangte er bereits mit Anfang 20 in den Rang eines Rittmeisters - also eines Hauptmannes in der kaiserlichen Armee.
Am 28.02.1685 heiratete J.G.Franz Adam die 20jährige Beatrix Franziska, Gräfin von und zu Daun. Diese war davor 4 Jahre Hofdame bei Kaiserin Eleonora Gonzaga d. Jüngeren. Dort am Hofe hatte er sie auch kennengelernt.
Seine Karriere
Seine aktive Dienstzeit wurde bereits ab dem Jahr 1683 auf eine harte Probe gestellt, als der insgesamt 5. österr. Türkenkrieg (1683-1699) losbrach, nachdem die Türken das 2. Mal Wien belagerten.
Im Laufe dieses Krieges war J.G.Franz Adam Hauptmann des sog. "Taffischen Regiments" der Truppen von Karl V. v. Lothringen unter Oberst Häußler. So war er im August 1685 bei der sog. Schlacht bei Gran (heute Esztergom, Ungarn) im Einsatz, wo die türkischen Truppen durch eine List zum Aufgeben der Belagerung und Flucht gezwungen wurden.
Sein jähes Ende
Nach der Flucht der Türken sollte die reiche Beute von 700 Stück Vieh, Getreide, etc. zwischen den teilnehmenden ungarischen Truppen (unter Führung von Graf Zador) und den deutschen Truppen (unter Herzog Karl V. v. Lothringen) in einem Wald bei Neuhäusel (heute Nové Zamky - südliche Slowakei) aufgeteilt werden.
Dabei kam es wegen der Beuteteilung zu einem handfesten Streit zwischen Oberstleutnant Graf Adam v. Kollonitsch (als Gefolgsmann der Ungarn unter Graf Zador) und unserem Graf J.G.Franz Adam v. Losenstein (als Gefolgsmann der Deutschen). Da der Streit nicht gütlich geschlichtet werden konnte, entschieden sich beide Parteien für ein Duell auf Leben und Tod.
Er konnte keine Kinder mehr zeugen, seine Ehe dauerte nicht einmal ein halbes Jahr und der nun einzige noch lebende männliche Losensteiner - Franz Anton, Coadjutor von Olmütz und Bischof von Duria - war zu der Zeit 43 Jahre alt und lt. einem Zeitzeugenbericht von 1687 "durch seine grauen Haare dem Grabe näher, als der Fortpflanzung"...
Beigesetzt wurde J.G. Franz Adam in der Familiengruft in der Losensteiner Kapelle in Garsten. Nachdem sich der Abt von Garsten anfangs weigerte, ein Opfer eines unchristlichen Duells beizusetzen, schrieb sein Onkel Franz Anton einen Brief an den Abt, worin dieser anführt, dass sich "derselbe in kein Duell eingelassen, vielweniger im Duell umkommen, sondern von seinem Feind wieder alles Verhoffen und ehe er sich dessen versehen, todt geschossen worden".
Nach seinem Tod gingen sämtliche Güter an seinen Onkel Franz Anton als letzten männlichen Nachkommen.
Conclusio
Sein Onkel Franz Anton verstarb nur wenige Jahre später im Jahr 1692 und mit ihm erlosch eines der ältesten und reichsten Adelsgeschlechter jener Zeit. Die Laufbahn J.G. Franz Adams unterschied sich nicht von vielen seiner Ahnen vorher, doch wäre es an ihm allein gewesen, durch gezeugte Nachkommen den Fortbestand dieser Familie zu sichern. Ob er sich dieser Tatsache bei der Wahl des Duells sicher gewesen ist?
Ironie des Schicksals...
Seine Gattin Beatrix Franziska heiratete drei Jahre nach seinem Tod den Grafen Thomas Gundaccer von Starhemberg, welche gemeinsam mit den Losensteinern einen gemeinsamen Stammvater haben. Sie hatten miteinander 8 Kinder und leben die Herren von Starhemberg noch heute...
Quellen: Lenzenweger, "Der letzte Losensteiner aus der Sicht römischer Quellen"; "Die Kriegszüge und ritterliche Thaten des Jahres 1685" von Christoph Boethio, 1688
Diese Biographie widmet sich dem letzten Losensteiner im Mannesstamm, mit dessen Tod im Jahre 1692 das uralte Adelsgeschlecht der Losensteiner endgültig erlosch.
Geburt & Taufe
Franz Anton war der jüngste Sohn von insgesamt 16 Kindern des niederösterreichischen Landmarschalls Georg Achaz Graf von Losenstein zu Losensteinleithen und Gschwendt (1597-1653) und seiner dritten Ehefrau Franziska, geborene Gräfin von Mansfeld-Vorderort.
Er wurde 1642 in Wien geboren und am 12. Mai 1642 im Wiener Stephansdom getauft. Seine prominenten Taufpaten waren dabei der Wiener Fürstbischof Philipp Friedrich Graf von Breuner sowie Graf Johann Franz von Trautson und Gräfin Elisabeth von Mansfeld (seine Tante).
Ausbildung
Franz Anton war als jüngster Sproß seiner Familie für den geistlichen Stand vorgesehen und zeigte sich dazu lt. zeitgenössischen Quellen auch entschlossen.
Er absolvierte seine erste Ausbildung in der humanistischen Schule der Jesuiten in Wien und wurde im Alter von nur 17 Jahren gemeinsam mit dem späteren Fürsterzbischof von Prag - Graf Johann Joseph von Breuner - an das ebenfalls von den Jesuiten geführte Kollegium Germanicum-Hungaricum nach Rom entsandt.
Das Kollegium Germanicum-Hungaricum in Rom
Dort beschäftigte er sich zwei Jahre lang mit dem philosophischen und dem kanonistischen Studium.
Werdegang
Nach seiner Rückkehr aus Rom brachte er es binnen kürzester Zeit zu einer Fülle geistlicher Würden und einträglicher Pfründe. So unter anderem die Pfarreien von Schörfling am Attersee, Zwentendorf, Stockerau und Ulrichskirchen (verbunden mit dem Dekanat von Pillichsdorf) sowie die Kanonikate an den Domstiften von Olmütz und Passau.
1673 stieg er zum Passauer Dompropst (= Leiter der äußeren Angelegenheiten des Domkapitels) unter dem Passauer Fürstbischof Sebastian Graf von Pötting (1673-1689) auf.
Ab dem 1. Februar 1684 übernahm er das einträgliche Amt eines Passauer Offizials für das Land unter der Enns (heute Niederösterreich) mit Amtssitz in der Kirche "Maria am Gestade" in Wien.
Kirche "Maria am Gestade" im 1. Wiener Bezirk - Amtssitz von Franz Anton
Seine Aufgaben waren hier vorrangig Disziplinierungsmaßnahmen gegenüber dem Klerus und die Vertretung des Passauer Bischofs am kirchlich-religiösen Leben der Haupt- & Residenzstadt Wien.
In der Zeit von 1677 bis 1684 war er als Dombaukommissar auch maßgeblich an der Barockausstattung des Wiener Stephansdoms beteiligt!
Im Jahr 1685 erhielt er noch die Probstei des Kollegiatstiftes Altötting in Niederbayern.
Der Höhepunkt
Am 17. April 1690 wurde Franz Anton von Losenstein vom Olmützer Klerus einstimmig zum Koadjutor und Nachfolger des regierenden Olmützer Fürstbischofs Karl, Graf von Lichtenstein-Kastelkorn gewählt. Dieser Fürstbischof war zu dieser Zeit schon von einer schweren Krankheit geprägt und schien sein Ableben nur noch eine Frage der Zeit.
Kaiser Leopold I. erhob Franz Anton in den Reichsfürstenstand
Einen weiteren Gunstbeweis erhielt Franz Anton auch vom österr. Kaiser Leopold I., der am 20.12.1690
Franz Anton Graf von und zu Losenstein, Herrn zu Losensteinleithen, Gschwendt, Litschau, St. Peter in der Au, Gaiersberg und Süssenbrunn, als den letzten Mannessproß seines uralten Geschlechtes [...], mit dem Titel "Hochgeboren" in den Fürstenstand des Heiligen Römischen Reiches erhebt!
Das Ende
Doch noch bevor der amtierende Olmützer Bischof Karl Graf von Lichtenstein-Castelcorn - dessen Nachfolge er antreten sollte - am 23.09.1695 starb, hauchte auch Franz Anton Reichsfürst von Losenstein bereits drei Jahre zuvor, am 17. Juni 1692 sein Leben aus.
Er verstarb unerwartet und plötzlich mit nur 50 Jahren im Passauerhof zu Wien (heute Cobenzlgasse 9) als letzter des Geschlechts der Losensteiner im Mannesstamm.
Hier verstarb der letzte Losensteiner im Jahr 1692 - Der Passauer Hof ist der ehemalige Weinlesehof des Chorherrenstifts St. Nikola in Passau (heute Cobenzlgasse 9, 1190 Wien)
Sein Sarg wurde darauf mit dem Schiff über Donau und Enns bis nach Garsten gebracht, wo er in der uralten Grablege der Losensteiner - der sog. "Losensteiner Kapelle" - feierlich durch den Abt und das Konvent des Klosters Garsten beigesetzt wurde. Dieser schwere Kupfersarg ist heute noch in der Gruft der Kapelle zu besichtigen.
Das Erbe
Der größte Teil der Besitzungen und Lehen von Franz Anton (darunter Losensteinleithen und Gschwendt) ging danach an den Fürsten Franz Karl von Auersperg über, Sohn des Fürsten Johann Weikhard und der Gräfin Maria Katharina von Losenstein, einer Schwester Franz Antons.
Mit seinem Tod endete die über 590 Jahre währende Geschichte dieses bedeutenden Adelsgeschlechts.
Quellen: Ecclesia Peregrinans, Josef Lenzenweger zum 70. Geburtstag, Seiten 209-221; Bildquelle Franz Anton: Österreichische Nationalbibliothek
Stammbaum
Stammvater der Losensteiner. Herr von Steyr, dessen Urenkel Dietmar I. sich dauerhaft nach Losenstein benannte.
Urkundlich erwähnt 1150 und 1180. Ihm wurde Steyr zur Burghut anvertraut.
Steirischer Ministeriale, erhielt die Burg Losenstein als landesfürstliches Lehen der Babenberger.
Ab ihm nannten sich alle Nachfahren „von Losenstein". 1252 erhielt er Burg und Herrschaft Losenstein als freies Eigen! Begraben im Minoritenkloster Wien.
Zog als erster dauerhaft nach Losenstein. Urkundlich erwähnt 1284, 1304.
Erbte 1347 die Hälfte von Schloss und Herrschaft Gschwendt. Seit 1339 herzöglicher Burggraf auf der Veste Rabenstein.
Erhielt 1329 mit seinen Brüdern einen Teil der Burg Frondsberg zu Lehen. Erwarb 1354 die Herrschaft Zacking.
Erhielt 1347 die andere Hälfte von Schloss Gschwendt.
Erwarb 1362 das „Gut an der Leithen", das später zum Schloss Losensteinleithen ausgebaut wurde.
Erhielt 1329 mit Brüdern Teil der Burg Frondsberg. Begraben in der Familiengruft im Kloster Garsten.
Berüchtigt: Am 13.12.1372 ließ er aus Wut den Meierhof des Klosters Garsten anzünden, weil man ihm nichts Warmes zu essen anbot!
Letzter Losensteiner auf der Burg! 1425 erbte er die Schallaburg. 1409–1433 baute er das Gut an der Leithen zum Schloss Losensteinleithen aus. Ab 1430 wurde die Burg nur noch von Pflegern verwaltet.
1456 empfing er mit Bruder Florian das Schloss Losensteinleithen von König Ladislaus als Lehen.
Sein Nachkommen übernahmen nach dem Aussterben der Linie Hartneid III. die Schallaburg. Diese Linie führte die bedeutendsten Vertreter der späteren Losensteiner hervor.
Begründete die Linie Gschwendt, die bis 1692 fortbestand – dem Jahr, in dem der letzte Losensteiner im Mannesstamm ausstarb.
Sohn von Florian. Übernahm die Schallaburg nach dem Tod seiner Cousins. Ab 1501 kaiserlicher Rat Maximilians I. und Stellvertreter des Kaisers.
Begann den Ausbau der Schallaburg. Reichshofrat Kaiser Ferdinands I. und Hauptmann der Leibgarde Kaiser Maximilians II.
Vollendete den prachtvollen Renaissanceausbau der Schallaburg. Gründete 1574 die Hohe Schule in Loosdorf. Erwirkte 1588 die Markterhebung Loosdorfs.
Baute das Wasserschloss Losensteinleithen prächtig aus. Erwirkte 1593 die Erhebung Waizenkirchens zum Markt.
Sohn von Rudolf II. Setzte die Linie Gschwendt fort.
Berüchtigt für Überfälle auf Handelszüge. Vater von Dietmar V.
Wurde 1537 bei der Schlacht von Essek von den Türken gefangen. Erwarb 1573 das Freihaus in Linz. Von Kaiser Maximilian II. 1571 zum Landeshauptmann von OÖ ernannt.
Einflussreichster Losensteiner. Vereinigte 1614 beide Linien. Stieg zum Reichshofmarschall Kaiser Matthias auf. 1623 in den Reichsgrafenstand erhoben.
Zeugte insgesamt 20 Kinder in 3 Ehen. Von seinen 7 Söhnen überlebten nur 2 das Kindesalter: Franz Adam und Franz Anton.
Fiel am 16. August 1685 in einem Duell um Beuteteilung nach der Schlacht bei Gran. War erst seit Februar 1685 verheiratet – ohne Kinder. Damit starb der letzte zeugungsfähige Losensteiner.
Letzter Losensteiner im Mannesstamm. Am 17. April 1690 zum Koadjutor von Olmütz gewählt. Am 20.12.1690 von Kaiser Leopold I. in den Fürstenstand erhoben. Starb am 17. Juni 1692 im Passauerhof zu Wien.
Die Spuren der Losensteiner
Neben all den Burgen & Schlössern die die Losensteiner besessen haben, finden sich noch heute an vielen Orten Spuren der Losensteiner, manche deutlich sichtbar, manche verborgen. Auf dieser Seite möchten wir Euch virtuell zu diesen Orten führen.
Das Freihaus Losenstein
Linz / OÖ
Ein repräsentatives Stadtpalais der Losensteiner in der Landeshauptstadt Oberösterreichs.
Spur erkundenFreihaus Losenstein (Linz/OÖ)
Im Jahre 1573 kaufte Dietmar V. von Losenstein – damals Landeshauptmann von OÖ – zwei Gebäude am Fuße des Schlossberges in Linz. Anstelle der beiden Häuser ließ der Losensteiner das heute noch bestehende "FREIHAUS LOSENSTEIN" errichten:

In diesem Haus fand unter anderem auch die Hochzeit seines Sohnes Georg Christoph mit Anna Maria von Montfort statt (1580). Es diente als Wohn- & Repräsentationssitz des damaligen Landeshauptmanns Dietmar V. von Losenstein, welcher in dieser Funktion sehr oft in Linz war.
Das fünfgeschossige Eckhaus besitzt an der Hauptfassade vier, an der Hofgasse sieben Achsen. Eine absolute Seltenheit in Linz ist die polygonale Form des Eckerkers.
Auf den Eckquadern am Fuß des Gebäudes sitzt auf einer Gesimsplatte ein massiger Quader, dessen Kante ein aufrechter geflügelter Löwe mit aufgeschlagenem Buch in den Vorderpranken einnimmt. Die Erkerfensterbänke sind im untersten Geschoss mit Wappen in ovalen Feldern geschmückt.

Links das Wappen der Losensteiner, rechts das der Herbersteiner – basierend auf der dritten Ehefrau von Dietmar V. – eine Helene Freiin von Herberstein, welche er 1568 heiratete.
Für den Besucher nicht öffentlich zugänglich ist der schöne Innenhof des Gebäudes mit prachtvollen Arkadengängen:

Adresse: Altstadt 2, 4020 Linz
Die Grabplatte Johannas von Losenstein
Mörschwang / OÖ
Eine historische Grabplatte, die an eine Angehörige der Losensteiner Familie erinnert.
Spur erkundenGrabplatte Johanna v. Losenstein (Mörschwang/OÖ)

In der Gemeinde Mörschwang (Bezirk Ried/Innkreis) befindet sich in der Pfarrkiche eine Grabplatte mit folgender Inschrift:
"hie leit ninel fraw Johanna hartneitz des losenstainar tochter und h. lienharts von morspach einchel"
Übersetzt heißt das soviel wie:
"Hier liegt begraben Frau Johanna, Hartneid des Losensteiners Tocher und Herrn Lienharts von Marspach Enkel"
Der Grabstein datiert um das Jahr 1340 und zeigt unter der Inschrift die Grafik besagter Johanna von Losenstein (somit eine der ältesten bekannten Darstellungen eines Losensteiners) und darunter links das Wappen der Herren von Marspach und rechts das Wappen der Losensteiner.
Hartneid I. war mit Agnes von Marspach (Tochter oben genannten Lienharts) verheiratet und dürfte besagte Johanna ledig verstorben sein, da statt eines Gemahls ihr Vater und Großvater angeführt wird.

Diese Grabplatte ist auch ausschlaggebend dafür, dass die Gemeinde Mörschwang auch heute noch den Losensteiner Panther im Gemeindewappen trägt!
Palais Porcia
Wien
Ein prächtiges Wiener Stadtpalais mit Losensteiner Vergangenheit.
Spur erkundenPalais Porcia (Wien)
Das Palais Porcia gehört zu den wenigen Palästen Wiens, die noch unter dem Einfluß der Renaissance entstanden sind. Nach der ersten Türkenbelagerung von 1527 wußte man in Wien, daß die Gefahr noch nicht vorüber war und konzentrierte sich auf den Ausbau der Befestigungen der Stadt. Für die Errichtung von privaten Palastbauten bestand nur wenig Interesse. Eine Ausnahme war das Palais Porcia.

Erbaut wurde das Palais vom spanischen Grafen Gabriel von Salamanca-Ortenburg anno 1546. 1592 ging es an Georg Andreas Freiherr von Hofkirchen, welcher mit Margaretha von Losenstein (Tochter des Dietmar V.) seit 1588 vermählt war. Er begann einen großzügigen Umbau des Palais, übernahm sich dabei allerdings finanziell, sodass ihm die Familie seiner Frau (wahrscheinlich Margarethes Bruder Wolf Sigmund von Losenstein - ihr Vater war zu der Zeit schon verstorben) finanziell unter die Arme griff und das heutige Palais vollendete.
Das Wappen der beiden Familien Hofkirchen und Losenstein findet sich noch heute in der Mitte des zweigeschossigen Arkadenganges im Hof des Palais.
Eigentlich sollte das Gebäude Palais Hofkirchen-Losenstein heißen, denn der spätere Besitzer Johann Karl Fürst Porcia erwarb es erst 1667 und besaß es nur wenige Jahre. Heute beherbergt das Palais Porcia die administrative Bibliothek des Bundeskanzleramtes.
Adresse: Herrengasse 23, 1010 Wien
Impressionen vom Palais Porcia
Gemeindewappen
OÖ & NÖ
Das Wappen der Losensteiner findet sich in mehreren Gemeindewappen wieder.
Spur erkundenLosensteiner in sieben Gemeindewappen
Insgesamt tragen 7 Gemeinden in OÖ & NÖ den Panther der Losensteiner auf blauem Grund in Ihren Gemeindewappen! Jeweils aufgrund eines spezifischen Bezugs zu den Losensteinern wie den Auszügen aus den offiziellen Wappenrollen zu entnehmen ist:
Gemeinde Losenstein

"...der geminderte Panther weist auf das Wappentier der Losensteiner hin, welche hier seit dem 13. Jhd. sesshaft waren und das im Jahr 1692 im Mannesstamm erlosch..."
Gemeinde Wolfern

"...auf der rechten Seite das Wappen der Losensteiner, die das 1362 erworbene 'Lehen an der Leiten' zum Schloss Losensteinleiten ausbauten und schließlich den Sitz des Landesgerichtes von ihrer alten Stammburg im Ennstal hierher übertrugen..."
Gemeinde Neuhofen/Krems

"...der goldene Panther in Blau ist das Wappen der Losensteiner, die von 1526 bis 1692 Besitzer der Herrschaft Gschwendt und damit auch des Marktes Neuhofen waren..."
Gemeinde Waizenkirchen

"...der goldene Panther in Blau deutet auf Georg Achaz von Losenstein, der als damaliger Inhaber der Herrschaft Weidenholz (heute Schloss Weidenholz in Waizenkirchen) die Markterhebung und Wappenverleihung vom Kaiser erwirkte..."
Gemeinde Garsten

"...In der Neuzeit, da die Herren von Losenstein als alleinige Vögte von Garsten größere Bedeutung erlangten, wechselte die Farbe des Panthers im Stiftswappen analog dem Wappen dieses Geschlechtes von Silber auf Gold..."
Gemeinde Loosdorf (NÖ)

"...Die Wappenverleihung fand am 6. Oktober 1590 durch und auf Initiative des Grundherrn Hans Wilhelm von Losenstein statt, der Loosdorf zum Markt erheben ließ und zu einem protestantischen Zentrum mit Schulen und Einrichtungen ausbaute..."
Gemeinde Mörschwang

"...der Panther gründet sich auf das in die Grabplatte für Johanna, Tochter des Hartneid I. von Losenstein, Enkelin Lienharts von Marsbach, eingeritzte Allianzwappen Seiboldsdorf/Losenstein in der Pfarrkirche von Mörschwang..."
Stift Säusenstein
Säusenstein/NÖ
Ein von den Losensteinern gegründetes Kloster an der Donau.
Spur erkundenKloster Säusenstein
Am rechten Donauufer im Bezirk Melk liegt der Ort Säusenstein und darin das gleichnamige Stift Säusenstein (lat. "Vallis Dei" - Gottestal genannt). Dieses Kloster war eine ehemalige Abtei der Zisterzienser. Gestiftet und finanziert haben den Bau der damalige Landeshauptmann und Landrichter von OÖ, Eberhard V. von Wallsee und 1341 mit ihm vermählte Gattin Anna von Losenstein, Tochter von Hartneid I.

So unterstellte Eberhard das Kloster laut Stiftungsurkunde am 19. September 1336 zusammen mit zahlreichen "beweglichen und unbeweglichen Gütern" rechtlich als Tochtergründung unter das Stift Wilhering. Gemeinsam mit einigen Mönchen besiedelte der erste Abt namens Ulrich um 1337 das Stift. Der Bischof von Passau bestätigte die Stiftung 1344.
Auszug aus der Stiftungsurkunde:
Aus dem Lateinischen ins Deutsche übertragen von Dr. Hauke Fill
Wir, Eberhard von Wallsee, Hauptmann und Landrichter des Landes Österreich ob der Enns, und seine Gattin Anna wollen, dass durch den Inhalt dieser Urkunde für alle jetzt und zukünftig Lebenden folgendes gewiß sei:
Wir haben im Hinblick auf den gegenwärtigen, hinfälligen Zustand dieser Welt das Auge unseres Herzens auf Festeres gerichtet und eifrigen Sinns die Dauer der Ewigkeit erwogen, wobei sich uns, da wir schon ein wenig von der Seligkeit göttlicher Liebe und der jubelnden Fröhlichkeit geistlicher Freude vorgekostet haben, der Gedanke ins Herz senkte, Vergängliches in Ewiges zu verwandeln und Irdisches gegen Himmlisches zu tauschen...
Eberhard V. und seine Gattin Anna wurden nach Ihrem Tod in der ehem. Stiftskirche begraben.
Die Hohe Schule
Loosdorf/NÖ
Eine Bildungseinrichtung mit Verbindung zu den Losensteinern.
Spur erkundenDie Hohe Schule - Loosdorf
Bereits Christoph II. von Losenstein auf Schallaburg plante in Loosdorf - unweit seines Herrschaftssitzes auf der Schallaburg - die Errichtung einer sog. "Hohen Schule" oder Gymnasium wie man heute sagen würde. Viele Adelige folgten zu der Zeit dem Aufruf Martin Luthers zur Schaffung solcher Glaubens- & Wissenszentren.
Da Christoph II aber bereits 1558 verstarb, verwirklichte diesen Plan schlußendlich sein Sohn - Hans Wilhelm von Losenstein - welcher schließlich im Jahre 1574 in Loosdorf besagte "Hohe Schule" errichtete.

Da die bisherige ständische Schule (erst Wien, dann Mistelbach) 1592 aufgelöst wurde, war jene in Loosdorf eine wichtige Bildungsstätte für die adelige Jugend in Österreich und zeitweise auch die einzige für die Bildung des geistigen Nachwuchses in Niederösterreich.
Hans Wilhelm v. Losenstein ließ im selben Jahr auch eine eigene Schulordnung anfertigen und drucken, welche einen detailliert ausgearbeiteten Lehrplan für 4 Klassen in den Fächern Latein, Griechisch, Musik, Dialektik, Rhetorik, Poetik, Arithmetik (Mathematik), Geschichte, Hebräisch und schlußendlich auch philosophischen Einführungsunterricht beinhaltete.
Für die Schüler der ersten Klasse gab es zudem ein sog. ABC Büchlein, ebenfalls gedruckt auf Initiative von Hans Wilhelm. Von diesem ist allerdings heute leider kein Exemplar mehr vorhanden.
Finanziell unterstützt wurde sie von den Ständen und hatte 1592 4 Klassen, 77 Schüler, welche zumeist bei Privaten oder einem Internat wohnten. Ihre Blütezeit erreichte sie um das Jahr 1600, danach unterlag sie mehr und mehr den Repressalien der Gegenreformation und musste schließlich 1627 geschlossen werden.

Unter seiner Regentschaft und auf sein Betreiben hin wurde Loosdorf auch zum Markt erhoben. Mit ein Grund, warum der Losensteiner Panther aus dem Wappen der Losensteiner noch heute das Gemeindewappen von Loosdorf ziert.
Dies hat die Marktgemeinde Loosdorf am 24.10.2014 auch zum Anlass genommen, aus "symbolischer Verneigung vor dem Geschlecht der Losensteiner" den Losensteiner Panther aus NIRO Stahl auf dem Marktplatz aufzustellen:

Turniere des Kaisers
Linz
Losensteiner Ritter nahmen an prächtigen Ritterturnieren teil.
Spur erkundenTurnier & Mummerei des Kaisers
Kaiser Maximilian I. ließ Anfang des 16. Jahrhunderts einen Prachtband der "eigenen Thaten in den ersten zwei Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts" unter dem Pseudonym "Freydal" anfertigen. Darin enthalten sind insgesamt 255 farbige Darstellungen eines Zyklus von 64 Turnieren. Jedes Turnier beinhaltete 3 Tage mit "rennen, stechen & kämpfen" und der 4. Tag eine sog. "Mummerei" also einer Art Maskenball.
In einem dieser Turniere wird auch ein Adam von Losenstein namentlich genannt und beim Kampf mit Langspießen gegen Kaiser Maximilian I. gezeigt (Adam hier links, Kaiser Maximilian rechts; erkennbar an der Helmzier):

Adam von Losenstein war der älteste Sohn von Georg I. v. Losenstein (Landeshauptmann der Steiermark & später auch von Oberösterreich) und verstarb ledig im Jahre 1510. Im Jahr 1490 wird dieser als "römischer Knabe mit Hofstaat" genannt, dürfte also bei diesem Turnier (ca. 1505) 25-30 Jahre alt gewesen sein.
Mummereien
Weiters sind in dem Buch noch zwei Zeichnungen einer im Anschluß eines Turniers gehaltenen "Mummerei" - also eines Art Maskenballes vorhanden. Hier ist allerdings nur "ein Losenstainer" genannt. Es ist aber nicht anzunehmen, dass es sich hier auch um jenen Adam handelt, sondern eher einen seiner insgesamt 7 Brüder (allein schon wegen der Figur...).
Zum einen ein von "Losenstain" (der Herr ganz links, der uns den Rücken zeigt) zusammen mit den Herren von Oeder, Zeldung & Bayner:

Die Herren sind hier in sog. Waidmannstracht zu sehen. Die Herren tragen weite violettgraue Röcke, und grüne enganliegende Beinkleider. Vor dem Gesichte tragen die Herren die bekannten Masken aus genetzter Siede und auf auf dem Haupte grüne Kränze. Der Kaiser ist hier als Fackelträger mittig dargestellt.
Zum andern ein von "Losenstain" (der 2. Herr von links mit Feder und Gesicht zu uns) mit den Herren von Tschernembl, Schiffer und ganz rechts dem Matthias von Liechtenstein:

Die Herren tragen hier rote Röcke, rot-, grün-, gelb- und weissgestreifte Beinkleider, um die Schultern eine grossgegliederte Goldkette, schwarze Stiefel mit gelben Stulpen, rauhe schwarze Filzhüte mit weissen Federn, um die Hüften eine einfache Hauswehr.
Kaiser Maximilian von Habsburg (* 1459 + 1519) war ab 1477 Herzog von Burgund, ab 1486 römisch-deutscher König, ab 1493 Erzherzog von Österreich und ab 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Maximilian liebte Turniere und veranstaltete selber unzähle davon. Auch war er selbst sein Leben lang ein glänzender Turnierkämpfer!
Losensteiner Studenten
Italien/Schweiz
Junge Losensteiner studierten an den besten Universitäten Europas.
Spur erkundenLosensteiner Studenten
Aufgrund Ihres Standes und dem Einfluß in die Politik ließen die Losensteiner einige Ihrer Söhne in den angesehensten Universitäten - zu der Zeit vornehmlich in Italien - studieren. Sehr anschaulich werden die Beweggründe in der Leichenpredigt für Georg Achaz v. Losenstein beschrieben, wo es heißt:
"...von ihrem herrn Vattern in frembde Land/in Boeheim/Franckreich und Welschland/in die acht Jahr verschicket worden/damit er sich weiter umbsehe/und was erfare/und neben freyen Kuensten/auch frembde Sprachen lerne/inmassen dann ihro Gnaden in Teutscher/Lateinischer/Boehemischer/Welscher und Französischer Sprach wol beredt gewesen ist..."
Dies bedeutet übersetzt soviel wie: "sie wurden von Ihrem Vater (Christoph II. v. Losenstein) in fremde Länder nach Böhmen, Frankreich und Italien für 8 Jahre gesandt, damit sie sich umsehen können und etwas lernen - neben freien Künsten auch Fremdsprachen wie Latein, böhmisch (Tschechisch), italienisch und französisch..."

Vor allem die Universtät Padua genoß schon damals höchsten Ruf. Zur Zeit der Losensteiner lehrte unter anderem Galileo Galilei ab 1592 in Padua Mathematik.
Das Studium des römischen Rechts an italienischen Universitäten eröffnete weiters auch den Zugang zu landesfürstlichen Ämtern, zu Stellungen im Finanzwesen, im Reichsdienst und zu diplomatischen Aktivitäten im Ausland. Weiters förderte es das Fortkommen im Hof- und Kriegsdienst. Auch die Stände besetzten ihre landschaftlichen Ämter vorzugsweise mit Kandidaten, deren Bildungsgang ein Rechtsstudium in Italien mit einschloß.
Ab dem Jahr 1500 lassen sich folgende Inskriptionen von Losensteiner Herren anhand der vorliegenden Universitätsverzeichnisse nachweisen:
Die Studenten der Linie Gschwendt
- Hans Bernhard von Losenstein (*n.b. +1589), Sohn Dietmar V.: Universität Padua (18.03.1580)
- Georg Christoph von Losenstein (*n.b. +1587), Sohn Dietmar V.: Padua (18.03.1580), Siena (27.03.1580), Bologna (15.05.1580)
- Wolf Sigmund von Losenstein (*1567 +1626), Sohn Dietmar V.: Padua (31.10.1582), Siena (15.03.1585)
- Georg Achaz II von Losenstein (*1597 +1653), Sohn von Wolf Sigmund: Padua (08/1612 Rechtswissenschaften), Siena (04/1612)
- Georg Dietmar von Losenstein (*1595 +1624), Sohn von Wolf Sigmund: Straßburg (31.07.1609), Basel (04.08.1609), Padua (24.11.1612), Siena (16.08.1613)
- Franz Anton von Losenstein (*1642 +1692), Sohn von Georg Achaz II.: Kollegium Germanicum Rom (1659)
Die Studenten der Linie Losensteinleithen:
- Georg Achaz I. von Losenstein (*1545 +1597), Sohn von Christoph II.: Universität Padua (1563 Rechtswissenschaften)
- Hans Wilhelm von Losenstein (*1546 +1601), Sohn Christoph II.: Universität Padua (1563)
- Georg Christoph von Losenstein (*1589 +1622), Sohn von Georg Achaz I.: Tübingen (10/1603), Straßburg (10/1604), Basel (05/1606), Genf (10/1606), Padua (11/1607), Perugia (05/1608)
Losensteiner Hofdamen
Wien
Töchter der Losensteiner dienten als Hofdamen am Wiener Kaiserhof.
Spur erkundenLosensteiner Hofdamen
Hofdamen verrichteten am Kaiserhof zu Wien sog. Ehrendienste ohne spezielle Tätigkeitsfunktion. Zur Hofdame konnten nur Mitglieder von Angehörigen des österr. Uradels, wozu auch die Losensteiner zählten - werden. Sie waren keine Mitarbeiter oder Bedienstete sondern bildeten meist als Gesellschafterinnen den sog. Hofstaat eines Königs- oder Kaiserhauses.
Meist war die Stellung einer Hofdame für die unverheirateten Töchter adeliger Familien auch ein ideales Sprungbrett um einen ebenbürtigen - sprich adeligen - Ehemann zu finden.
Auch zahlreiche Losensteiner Töchter wurden aufgrund der stets guten Beziehungen der Losensteiner zu den Landesherrschern oft schon ab dem Alter von 14 Jahren zu Hofdamen und verheirateten sich meist ziemlich schnell standesgemäß. Nach den erforschten Quellen dienten die Damen von Losenstein grundsätzlich zwei Kaiserinnen:
Kaiserin Eleonore Gonzaga von Mantua & Montferrat (1598 - 1655)

Sie heiratete am 2.2.1622 den österreichischen Kaiser Ferdinand II. und residierte mit ihm hauptsächlich in Wien. Eleonora wurde vom päpstlichen Nuntius Caraffa als sehr schön und fromm beschrieben. So gründete Eleonora Karmeliter-Konvente in Graz und Wien. Sie ließ auch die Herzgruft in der Augustinerkirche in Wien erbauen. Ihre Ehe mit dem Kaiser blieb kinderlos, jedoch war Eleonora die Stiefmutter von Ferdinands vier überlebenden Kindern aus seiner vorherigen Ehe.
In Ihrem Hofstaat dienten aus dem Hause derer von Losenstein:
Susanna Felicitas von Losenstein (*1622 +1640)
Älteste Tochter von Georg Achaz II. mit seiner 2. Ehefrau Anna Catherina Seemannin von Mangern
Sie war Hofdame in den Jahren 1636-1638 wo sie ihren späteren Gatten Georg August von Khevenhüller kennenlernte und heiratete. Sie galt zeitgenössischen Quellen nach als über die Maßen schön, verstarb aber bereits mit 18 Jahren an den Folgen einer Frühgeburt. Ihr Mann Georg August erfuhr davon erst nach einem längeren Kriegseinsatz von einem Stadtwachesoldaten bei seiner Heimkehr.
Christina von Losenstein (*n.b. +1658)
Einziges Kind von Georg Dietmar (Linie Gschwendt) und Enkelin Wolf Sigmunds
Sie war Hofdame in den Jahren 1640 - 1641 hatte dabei aber nicht das Glück den richtigen Mann zu finden. Über sie wissen wir nur, dass sie unverheiratet im Jahr 1658 verstarb.
Maria Magdalena von Losenstein (*1638 +1664)
6. Tochter von Georg Achaz II. mit seiner 3. Ehefrau Franziska von Mansfeld-Vorderort
Sie war Hofdame bis die Kaiserin 1655 starb und heiratete ein Jahr später Wolfgang Friedrich Hoffmann zu Grünbühel. Deren Glück dauerte allerdings nicht recht lange, da beide im Jahr 1664 von einer Seuche dahingerafft wurden und zwei minderjährige Töchter zurückließen...
Kaiserin Eleonore Magdalena Gonzaga von Mantua-Nevers (1630-1686)

Sie heiratete am 30.4.1651 den österreichischen Kaiser Ferdinand III. Eleonore galt als eine sehr gebildete und fromme Frau. Sie schrieb selbst religiöse Gedichte in italienischer Sprache, leitete eine literarische Akademie und förderte das kulturelle Leben Wiens.
In Ihrem Hofstaat dienten folgende Frauen von Losenstein:
Maria Theresia Eleonore, Gräfin von Losenstein (*1628 +1703)
1. Tochter von Georg Achaz II. (Linie Gschwendt) von seiner 3. Ehefrau
Sie war Hofdame in den Jahren 1651 - 1652 und lernte dort Ihren späteren Mann Graf Adolf von Puchheim kennen. Sie dürfte dem Hofe dann auch nach Ihrer Hochzeit treu geblieben sein, denn sie stieg dann in den Jahren 1689 zur Obersthofmeisterin auf und war damit die unmittelbare Leiterin des kaiserlichen Hofstaats! Sie übte dieses Amt dann bis zu Ihrem Tod 1703 aus, wo sie am Kaiserhof 75jährig starb.
Aber auch zwei Herren von Losenstein haben aus dem Kreise der Hofdamen des Wiener Kaiserhofs Ihre zukünftigen Gemahlinnen erwählt. Es waren dies:
Franziska, Gräfin von Mansfeld-Vorderort, verehelichte Gräfin von Losenstein (*n.b. +1658)
3. Ehefrau von Georg Achaz II. (Linie Gschwendt)
Sie war Hofdame von Kaiserin Eleonore Gonzaga der Älteren in den Jahren 1622 - 1627 bis sie Ihren Gatten Georg Achaz II. von Losenstein kennenlernte, der sie als seine 3. Ehefrau heiratete. Sie gebar ihm stolze 16 Kinder wovon 2 Töchter ebenfalls zu Hofdamen avancierten. Als Sie im Jahr 1628 Ihre erste Tochter Maria Theresia Eleonore auf die Welt brachte, soll sie die Kaiserin sogar persönlich am Kindbett besucht haben, daher auch der dritte Name "Eleonore".
Beatrix Franziska Gräfin von Daun, verehelichte Gräfin von Losenstein (*1665 +1701)
Ehefrau von Johann Georg Franz Adam von Losenstein
Sie war von 1684-1685 Hofdame von Kaiserin Eleonore Gonzaga der Jüngeren und lernte dort Ihren 1. Mann - Johann Georg Franz Adam von Losenstein kennen, welchen sie im selben Jahr heiratete. Eben dieser Losensteiner kam aber nur wenige Monate nach der Hochzeit bei einem Duell ums Leben und war der letzte verheiratete Losensteiner.
Dominikanerhaus Steyr
Steyr
Die Losensteiner unterstützten das Dominikanerkloster in ihrer Heimatstadt.
Spur erkundenDominikanerhaus Steyr
Im Jahr 1472 gründeten Dominikaner aus Krems an der Donau in Steyr eine Ordensniederlassung. Das Klostergebäude, welches zu diesem Zwecke völlig neu erbaut wurde, stand an jener Stelle wo sich auch heute noch das sog. "Dominikaner Bildungshaus" und die Marienkirche von Steyr (Stadtplatz 41) befinden.
An eben dieser Stelle standen zu jener Zeit zwei Häuser im freieigenen Besitz von Georg von Losenstein und dessen Cousin Wilhelm von Losenstein. Diese lagen an der vom Stadtplatz zur Enns führenden Eisengasse (damals als "Vaßlgasse" bekannt). Die Herren von Losenstein verkauften den Ordensgründern die beiden Häuser zu einem stark vergünstigten Preis mit der Auflage, dass dafür jährlich Seelenmessen für das Geschlecht der Losensteiner gelesen werden müssen.

An dieser Stelle standen einst die Häuser von Georg & Wilhelm von Losenstein
Das Klostergebäude und die dazu gehörige Kirche wurden dann bereits im Jahre 1478 fertiggestellt, jedoch konnten sich die Mönche nicht lange an der Anlage erfreuen, da der verheerende Steyrer Stadtbrand von 1522 alles vollständig vernichtete. Es wurde 1559 wieder aufgebaut und erhielt sein heutiges barockes Aussehen in den Jahren 1640/41.
Der verschwundene Garten
Losensteinleithen
Ein prächtiger Renaissancegarten beim Schloss Losensteinleithen.
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Ein heutzutage weitgehend unbekannter Teil des Schlosses Losensteinleithen war der unter den Losensteinern errichtete Schloßgarten, der heute leider gänzlich verschwunden und weitgehend überbaut ist. Wenn man an der Landesstraße 564 (Steyr Richtung Linz) entlangfährt, begann dieser ungefähr dort wo heute die Tankstelle & Raiffeisenbank stehen:

Urmappe aus dem Jahr 1830 - hier ist der Garten noch vorhanden und gut in seiner Struktur erkennbar. Unten Mitte das Schloss Losensteinleithen, dazwischen ehemalige Wirtschaftsgebäude des Schlosses

Ansicht heute - der gelb umrandete Teil zeigt wo sich der Schlosspark früher befunden hat.
Dieser sog. Schloß- oder Hofgarten wird in einem Anschlag von 1692 wie folgt beschrieben:
Der Hofgarten der direkt vor den Toren des Schlosses angelegt wurde, ist mit einer hohen Mauer umgeben, welche lediglich durch drei Türme unterbrochen wird. Der erste der Türme lag strassenseitig (entlang der jetzigen Bundesstraße) und beinhaltete ein sog. "Lusthaus" welches durch eine steinerne Stiege erreicht werden konnte. Dieser Turm hatte auch eine Schießscharte und einen kleinen Vorgarten.
Von diesem Lusthaus ausgehend folgte ein 300x300 Schritte großer Blumengarten mit einem kleinen Teil Kräutergarten. Daran anschließend ein Hain aus Obstbäumen, in deren Mitte ein schöner achteckiger Springbrunnen mit einer steinernen Figur des Neptun stand, in welchem das Wasser kunstvoll zugeleitet wurde.
Ein Bruckstück dieses Brunnens mit drei wasserspeienden Kobolds- oder Panköpfen ist heute in die Gartenmauer des Hauses Nr. 7 (das ehem. Jägerhaus des Schlosses) eingearbeitet:

Von der gesamten Anlage ist heute bis auf das ehemalige Eingangstor und Teile der Umfassungsmauer nichts mehr übrig, auch die Figur des Brunnens und andere bauliche Elemente des Gartens sind nach unserem heutigen Wissensstand nicht mehr vorhanden oder wurden anderweitig verbaut.

Das ehemalige Zugangstor (gegenüber Schloß Losensteinleithen) ist noch vorhanden!
Einen kleinen Teil dieses Gartens kann man auch im Kupferstich von Vischer noch gut erkennen (unten rechts):

Wallfahrtskirche Maria Laah
Maria Laah
Eine von den Losensteinern geförderte Wallfahrtskirche.
Spur erkundenWallfahrtskirche Maria Laah
Die bereits anno 1212 erstmals urkundlich erwähnte Wallfahrtskirche Maria Laah (damals eine Kapelle) in der Gemeinde Wolfern gehörte in frühen Jahren zum Edelsitz Hauzenbach (erst Wasserschloss, dann Landschloss - heute Hofkirchenstr. 3, Maria Laah - ca. 500m östlich der Kirche).
Im Jahr 1507 war ein gewisser Wolf Häsib zu Hag und Hautzenbach Besitzer des Edelsitzes und war dieser zugleich Pfleger am Losensteiner Schloß Gschwendt in Neuhofen. Der damalige Schloßherr Wolf von Losenstein kaufte schließlich 1507 den Edelsitz Hautzenbach von seinem Pfleger Häsib samt der Kapelle zu Laach (Maria Laah).
Später (man weiß nicht genau wann & warum) wurde die Kirche zu Laah von den Losensteinern an die Herrschaft Klaus abgetreten, gelangte aber dann 1627 durch Gütertausch wieder an die Gschwendter Linie unter Georg Achaz II. von Losenstein. Da dieser erst vor wenigen Jahren wieder zum katholischen Glauben übergetreten war, setzte er in Maria Laah gleich ein sichtbares Zeichen und besetzte die Wallfahrtskirche Maria Laah kurz darauf mit Mönchen aus dem Dominikanerorden in Steyr.

Jahreszahl 1690 - angebracht nach der letzten Erweiterung der Kirche durch Franz Anton von Losenstein an der Südseite der Kirche.
Sein Sohn und späterer Domprobst von Passau, Coadjutor von Olmütz - Franz Anton von Losenstein ließ schließlich im Jahre 1690 die Kirche erweitern und weihte sie zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit, der Mutter Gottes und den 14 Nothelfern. Noch heute ist die Jahreszahl "1690" als Erinnerung an die Erweiterung Franz Anton's an der Südseite der Kirche zu sehen.

An der Westseite sieht man die angebaute Gruft der Auersperg (Foto: Homepage Pfarre Maria Laah)
Bereits 1 Jahr später starben die Losensteiner 1692 im Mannesstamm aus und es erbten deren Güter die Fürsten von Auersperg durch Heirat mit Katharina von Losenstein & Johann Weickhard von Auersperg. Diese wählten sodann die Wallfahrtskirche von Maria Laah als deren Begräbnisstätte und sind 18 Familienmitglieder in einer Gruft direkt in der Kirche begraben. Ein Steinsarg an der Außenmauer zeugt noch davon. Erst danach wurde in der Nähe von Schloß Losensteinleithen das heute noch erhaltene Mausoleum der Auersperg eingerichtet.
Losensteiner Pferderüstung
Graz
Ein prachtvoller Rossharnisch aus dem Besitz der Losensteiner.
Spur erkundenLosensteiner Pferderüstung
Zu den wertvollsten Exponaten des Landeszeughauses Graz gehört seit 1814 ein aus dem frühen 16. Jhd. stammender Rossharnisch, ein so genanntes "Gelieger". Es ist das Einzige seiner Art in der Grazer Sammlung und stellt sowohl an Größe wie auch an Qualität und Verzierungsreichtum das herausragendste Schaustück der Grazer Rüstkammer dar:

Der Rossharnisch war eine Schenkung der steir. Adelsfamilie von Stubenberg, doch erst neuere Forschungen haben ergeben, dass dieses Prachtstück um das Jahr 1500 für Wilhelm von Losenstein aus der Linie zu Schallaburg & Losensteinleithen angefertigt wurde. Wilhelm war seit 1501 kaiserlicher Rat Maximilians I. und diente diesem desöfteren in diplomatischen Missionen. Zudem wirkte er als Statthalter der Länder Wien, Österreich unter der Enns (NÖ), Steiermark, Kärnten und Krain als Stellvertreter des Kaisers. Als solcher war er auf jeden Fall in der Lage, einen derartig repräsentativen und kostspieligen Harnisch in Auftrag zu geben.
In späterer Folge dürfte der Harnisch dann im Erbwege an Wilhelms Sohn, dem später mit dem sog. "Losensteiner Turnier" berühmt gewordenen Sebastian von Losenstein übergegangen sein. Möglicherweise verwendete er den Rossharnisch sogar bei diesem Turnier! Die weiteren Losensteiner Besitzer waren:
- Achaz von Losenstein (Bruder des Sebastian)
- Christoph II. von Losenstein (Sohn des Achaz)
- Hans Wilhelm von Losenstein (Sohn des Christoph II.)
und schließlich nach dem kinderlosen Tod Hans Wilhelms, dessen glückloser Neffe Georg Christoph von Losenstein.
Von Losenstein an Stubenberg
Eben dieser Georg Christoph von Losenstein erbte nach dem kinderlosen Tod seines Onkels Hans Wilhelm von Losenstein sämtliche Güter (so auch die von seinem Onkel prächtig ausgebaute Schallaburg und das Schloß Losensteinleithen), damit verbunden aber auch einen riesigen Schuldenberg. Doch anstelle diese Schulden langsam abzubauen, war Georg Christoph zu seiner Zeit berüchtig, selbst das Geld mit vollen Händen auszugeben. So saß er im Jahre 1610 auf einer unglaublichen Schuldenlast von über 120.000 Gulden!
Wenn man bedenkt, dass ein durchschnittliches Bauerngehöft damals mit einem Wert von ca. 400 Gulden angesetzt wurde, eine wahrlich gigantische Summe.
Er heiratete dann im Jahre 1610 Anna v. Stubenberg die einzige Tochter des reichen Georg von Stubenberg und hoffte so, seine Schuldenlast verringern zu können. Doch dieser Wunsch sollte sich nicht erfüllen. Im Gegenteil, die Gläubiger strengten mittlerweile Klagen gegen Georg Christoph an und so erklärte sich 1614 sein Schwiegervater Georg v. Stubenberg bereit seine Schuldenlast zu übernehmen. Im Gegenzug musste ihm Georg Christoph aber seine Schlösser Schallaburg & Losensteinleithen mit allen zugehörigen Besitzungen und Inventar übergeben.
Und mit diesem Inventar gelangte schlußendlich auch dieser Rossharnisch 1614 an die Familie von Stubenberg und wurde auf deren Schloß in Oberkapfenberg geschafft. Georg v. Stubenberg ließ zu diesem Zeitpunkt auch sein Familienwappen darauf anbringen, weshalb lange davon ausgegangen wurde, dass der Roßharnisch immer den Stubenbergern gehörte. Von Kapfenberg ging er dann schließlich 1814 als Geschenk des Grafen Karl von Stubenberg an das Landesmuseum Joanneum in Graz.

Der Harnisch als Kunstwerk
Bei diesem Pferdeharnisch handelt es sich um einen sog. "schweren Roßharnisch auf die deutsche Art" bestehend aus dem Rosskopf mit Stirnstachel, Wappenschild und Ohrenbechern, einem aus einzelnen Stahlreifen zusammengesetzten Halsschutz (Kanz), der vorderen gerundeten Brustplatte (Fürbug) mit seitlichen Streifbuckeln, den Flankenblechen und dem verstellbaren Kreuzgelieger.
Eine Eigenheit dieses Harnisches ist die von seinen breiten eingetieften Unterrändern heraussgetriebenen langen Zacken (sogenannte "Wolfszähne")
Alle Teile des Rossharnischs, ausgenommen der Unterteil des Halses, sind mit eingeschwärtzer Ätzmalerei bedeckt. Diese Ätzmalereien stammen vom berühmten Augsburger Waffenätzer Daniel Hopfer und stellen das frühsteste bekannte Werk dieses Künstlers dar! Hopfer ist hierbei noch ganz von der Spätgotik geprägt.
Besichtigung
Der Rossharnisch ist eines der Glanzstücke in der größten an ihrem Originalort erhalten gebliebenen Waffensammlung der Welt - dem Landeszeughaus in Graz. Dort kann dieser jederzeit besichtigt und bestaunt werden.
Eine hervorragende Abhandlung und äußerst detailreiche Informationen finden sich in dem Aufsatz von Dr. Leopold Toifl (Wissenschaftlicher Leiter des Landeszeughaus Graz) und dem österr. Kunsthistoriker Peter Krenn. PDF Download
Wiener Häuser
Wien
Stadtpalais und Residenzen der Losensteiner in der Kaiserstadt.
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Die Herren von Losenstein waren schon früh in den Machtzirkeln des Regierungszentrums in Wien vertreten und so kam es, dass die Losensteiner schon sehr bald eigene Residenzen in Wien erwarben von denen manche heute noch erhalten sind, andere wiederum mit neueren Gebäuden überbaut.
1) Wallnerstraße 8, 1010 Wien
Das älteste bekannte Haus in Wien, welches nachweislich den Losensteinern gehörte. Es wurde erstmals bereits im Jahre 1384 urkundlich erwähnt und wahrscheinlich von Hartneid II. v. Losenstein oder dessen Bruder Dietmar V. erworben. Von dieser Zeit an blieb das Objekt ca. 175 Jahre in Losensteiner Besitz.
Als im Jahr 1558 der damalige Besitzer Christoph II. v. Losenstein starb, verkaufte es schließlich sein Sohn Hans Wilhelm von Losenstein an Maximilian von Polheim um mit dem Erlös ein noch repräsentativeres Freihaus am heutigen Minoritenplatz zu erwerben. Später wurde an dieser Stelle das heute noch existierende "Palais Geymüller" errichtet.

2) Minoritenplatz 1, 1010 Wien
Nachdem das Haus in der heutigen Wallnerstraße 8 verkauft wurde, erwarb der Sohn von Christoph II. - der berühmte Hans Wilhelm von Losenstein - ein Objekt am heutigen Minoritenplatz 1. Dieses lag nun wesentlich feudaler in unmittelbarer Nähe zur Hofburg.
Nachdem Hans Wilhelm v. Losenstein im Jahre 1601 verstarb, erbte sein Neffe Georg Christoph v. Losenstein das Anwesen. Durch die immense Schuldenlast, die ihm sein Onkel Hans Wilhelm hinterlassen hatte, sah sich Georg Christoph gezwungen unter anderem auch dieses Objekt um das Jahr 1605 an Hans Friedrich von Sonderndorf zu veräußern.
Der nachfolgende Besitzer Johann Konrad Graf v. Starhemberg (ein entfernter Verwandter der Losensteiner) ließ dann ab 1667 das Haus zu dem jetzt noch existierenden "Palais Starhemberg" umbauen. Heute ist dort das Unterrichts- & das Wissenschaftsministerium untergebracht.

3) Herrengasse 23, 1010 Wien
Ebenfalls um das Jahr 1600 kamen die Losensteiner eher durch Zufall zum Besitz des heutigen "Palais Porcia" in der Herrengasse 23. Der mit Margaretha von Losenstein verheiratete Georg Andreas Freiherr von Hofkirchen übernahm sich mit dem Ausbau zum Palais derart, dass ihm Margaretes Bruder Wolf Sigmund von Losenstein finanziell unter die Arme greifen musste und das Palais in der heutigen Form vollendete. Der gemeinschaftlich mit Hohenberg gehaltene Besitz wurde aber dann 1667 wieder veräußert.
Der Losensteiner Weinlesehof
Weissenkirchen
Ein historischer Weinlesehof in der Wachau.
Spur erkundenDer Losensteiner Hof
Die Losensteiner hatten neben Ihren Burgen & Schlössern natürlich auch einige Wirtschaftsimmobilien im Eigentum. Dabei spielte auch der Weinbau eine wichtige Rolle. So ist unter anderem ein sog. Weinlesehof in der Wachau nachweisbar, welcher teilweise selbst im heutigen Sprachgebrauch noch als sog. "Losensteiner Hof" bekannt ist.

Der "Losensteiner Hof" bzw. nunmehrige "Manghof" heute
Es war um das Jahr 1525 als der Weinlesehof unter Achaz von Losenstein erworben wurde um in weiterer Folge von den sog. "Losenstainer Weingartenhofmeistern" bewirtschaftet zu werden. Von ihm ging der Hof nach seinem Tode an seinen Sohn Christoph II. von Losenstein und danach an den berühmten Hans Wilhelm von Losenstein. Schlußendlich 1601 an dessen Neffen Georg Christoph von Losenstein.
Während der Zeit der Losensteiner wurden auch viele sehr bedeutende Um- & Zubauen durchgeführt, welche noch heute ersichtlich sind.
Dieser "Losensteiner Lesehof" blieb bis zum Aussterben der Losensteiner 1692 fast ununterbrochen in deren Besitz und ging danach vermutlich an die Universalerben derer von Auersperg. Lediglich ein paar Monate im Jahr 1614 gehörte der Hof dem Georg v. Stubenberg, der vom bankrotten Georg Christoph von Losenstein alle Güter übernahm. Doch schon kurze Zeit später, im Jahre 1614, kaufte Wolf Sigmund von Losenstein (aus der Linie Gschwendt) das Schloss Losensteinleithen und damit auch sämtliche dazugehörigen Güter (wie eben diesen Weinlesehof) wieder zurück.
In diese Besitzperiode fällt auch der Ausbau des Innenhofes mit den Arkadengängen:

Vor den Losensteinern war der Hof als "Karlinger Hof" bekannt und entstand vermutlich Ende des 15. Jhdts. Die Karlinger waren zu der Zeit Burggrafen von Stein und betrieben diesen Hof ebenfalls als Weinlesehof.
Baubeschreibung
Der Manghof ist ein wuchtiger, zweigeschoßiger Bau mit steilem Walmdach. Seine Fassadengestaltung mit Lisenen geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück. An der Nord- und Ostseite verläuft im Obergeschoß ein Arkadengang auf Pfeilern, der in runden und gestelzten Bögen geöffnet und in der Nordostecke loggienartig ausgeweitet ist. Der im dritten Viertel des 16. Jahrhunderts (durch Hans Wilhelm v. Losenstein) angelegte Gang verfügt über Spiegelgewölbe mit Stichkappenkranz sowie über Rundstabprofilierung an den Kanten.

Der Losensteiner Hof heute
Heute ist der Losensteiner Weinlesehof als "Manghof" bekannt und ist unter der Adresse "Obere Bachgasse 86, 3610 Weissenkirchen" zu finden. Es war einer der ersten Weinhöfe in Weissenkirchen, die in den 1950er Jahren unter Denkmalschutz gestellt wurde. Seit daher ist er ein fixer Bestandteil von Ortsführungen und beliebtes Motiv von Landschaftsmalern seit vielen Jahrzehnten.
Steyrer Häuser
Steyr
Immobilienbesitz der Losensteiner in ihrer Heimatstadt.
Spur erkundenSteyrer Häuser
Neben den Häusern & Grundstücken in der damaligen Kaisermetropole Wien, besaßen die Losensteiner natürlich auch Grund & Immobilien in Ihrer Urheimat, der Stadt Steyr.
Alle die uns heute soweit bekannt sind möchten wir nachstehend anführen:
1) Stadtplatz 31, 4400 Steyr

Das ehemalige "Hotel Steyrhof", heute Stadtplatz 31 gehört zu den herausragendsten Gebäuden welchen den Steyrer Stadtplatz umrahmen und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum alten Rathaus. (genauer gesagt das zweite Haus rechts vom Rathaus, wenn man davor steht)
Eben dieses Gebäude wurde im Jahr 1685 von den Losensteinern, genauer gesagt von Franz Anton, Graf von Losenstein um 1000 Gulden nach dem Tode von Hofkammerpräsidenten Christoph Abele erworben. Franz Anton hatte es bis zu seinem Tode 1692 in Besitz, wo es danach - als die Losensteiner mit ihm gänzlich erloschen - im Zuge der Erbabhandlungen 1695 an das Handelsgeschlecht der Schober von Greifenstern verkauft wurde.
2) Vaßlgasse (heute Eisengasse)
Hier besaßen die Cousins Georg und Wilhelm von Losenstein zwei Häuser, welche Sie aber um das Jahr 1470 an den Dominikanerorden verkauften. Diese bauten auf den Grundstücken deren Kloster.
3) Enge Gasse 5, 6 und 15
Hier gehörte einst das dazugehörige Grundstück den Losensteinern, welche um das Jahr 1491 noch ein sog. "verzwicktes Recht" zugunsten den Losensteiner auf der Herrschaft Losensteinleithen & Gschwendt eingetragen hatten. Dies ist ein altes Recht, das nichts anderes besagt, dass eine bestimmte Leistung zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt erbracht werden musste. (zB Lieferung von 6 Eiern am Ostermontag zwischen Mittag und 1 Uhr).
Erfolgte dies nicht, fiel das Grundstück wieder an die ehemaligen Eigentümer - hier eben den Losensteinern - zurück. Insofern kann angenommen werden, dass das Grundstück davor den Losensteinern gehört hatte.
Da dies für alle drei Grundstücke (Enge 5, 6 und 15) gleichermaßen eingetragen war, dürfte die Abtretung bzw. die Intabulierung dieses "verzwickten Rechts" zur selben Zeit erfolgt sein.
Die Losensteiner Kapelle
Die Losensteiner waren von Beginn an immer eng mit dem Kloster Garsten, als geistliche Macht in ihrem Territorium, verbunden. So ist es auch wenig verwunderlich, dass gerade eine kleine Kapelle in der Anlage des Klosters Garsten als ständige Grabstätte der Losensteiner auserwählt wurde.
Die ursprüngliche Kapelle selbst wurde weit vor der Gründung Garstens errichtet und war dem hl. Laurentius geweiht. Manche vermuten gar, dass jene Kapelle die Urkirche von Garsten, noch vor Errichtung des Klosters war.
Blick in den Innenraum mit prachtvollem Deckengemälde
Nachweislich seit 1347 bis zum Aussterben des letzten Losensteiners 1692 wurden nahezu alle Mitglieder dieses alten Adelsgeschlechtes hier begraben. Unabhängig davon wo sie starben.
Allein der berühmte Hans Wilhelm von Losenstein auf Schallaburg, welcher Loosdorf zu einem geistigen Zentrum ausbaute und dort auch die ev. Kirche errichtete, liegt bis heute in der Pfarrkirche von Loosdorf begraben. Erst 1974 wurde sein Grabmal in die romanische Schlosskapelle der Schallaburg übersiedelt. Das Hochgrab Hans Wilhelms von Losenstein ist ein besonderes Kunstwerk und gibt durch die biblischen Darstellungen ein bildhaftes Zeugnis der reformatorischen Zeit.
Die Grabplatte des Hochgrabes in der Schlosskapelle der Schallaburg trägt die nahezu vollplastische Figur des Hans Wilhelm von Losenstein, dargestellt in voller Rüstung. Sein Haupt ruht auf einem Kissen, die rechte Hand liegt auf der Bibel, die linke hält das Schwert. Zu Füßen des Ritters liegt ein Löwe.
Der Neubau der Kapelle (1683-1693)
Die Kapelle (geweiht dem hl. Laurentius) war einst viel kleiner als heute und stand ursprünglich abseits der alten Stiftskirche. Als aber im Jahr 1685 der barocke Neubau der Stiftskirche vor seiner Vollendung stand, entschied der damalige Abt Anselm, dass die damals schon etwas baufällige Losensteiner Kapelle nicht mehr zu dem neuen Prachtbau passe.
Darin bestärkt wurde er auch vom damals letzten noch lebenden männlichen Losensteiner - Reichsfürst Franz Anton von Losenstein, damals Dompropst zu Passau. Dieser ersuchte ebenfalls in einem Brief den Abt Anselm von Garsten, die Grabstätte seiner Familie gänzlich neu zu errichten und steuerte dazu 900 Gulden bei. Wenn man bedenkt, dass die gesamte Kapelle inkl. prachtvoller Ausstattung 1.260 Gulden kostete (davon 500 fl für das nackte Gebäude, 200 fl für den plastischen Schmuck der Gewölbe, 230 fl für die Stukkaturen aus Gipsmarmor am Altar, 130 fl für die Freskomalereien und 200 fl für das Altarbild des hl. Sebastian) eine beträchtliche Summe.
Abt Anselm ließ daher die alte Kapelle beginnend am 11.10.1683 abreißen und an derselben Stelle die heutige Kapelle errichten. (In den Annalen wird darüber übrigens mehrmals berichtet, dass dafür eine eigens konstruierte Maschine verwendet wurde, die den Abriss in nur 16 Tagen erledigte...). Die großen marmornen Denkmäler wurden davor behutsam auseinander genommen und sorgfältig aufbewahrt um in der neuen Kapelle wieder aufgestellt werden zu können. Grundsteinlegung für die neue Kapelle war sodann am 27.10.1683.
Franz Anton überwachte den Bau penibelst und ließ es sich auch nicht nehmen, Malereien und Stukkaturen die ihm nicht gefielen, wieder entfernen und neu errichten zu lassen.
Doch erlebte er dessen Fertigstellung 1693 nicht mehr, da er nur ein Jahr zuvor verstarb und als letzter Losensteiner offiziell hier in einem Kupfersarg in der Gruft unter der Kapelle beigesetzt wurde. Per Schiff wurde er in seinem Sarg von Wien hierher überstellt.
Am 29.09.1693 wurde die Kapelle schließlich vollendet und am 18.10.1693 wurden Altar und Kapelle von Abt Anselm und dem Passauer Diözesanbischof Kardinal Johann Phillip, Graf v. Lamberg - als Ehrerbietung für die treuen Dienste des letzten Losensteiners für das Bistum Passau - geweiht.
Die Gräber
Die Kapelle macht durch zahlreiche Fenstereinlässe, den in hellem Marmor gehaltenen Statuen und den prachtvollen Deckengemälden einen sehr freundlichen Eindruck. Dennoch war die Kapelle in erster Linie eine Grabstätte.
An der Wand aufgestellt finden sich dazu erst mal 12 Grabsteine sowie ist eine davon im Boden eingelassen. Daneben existieren noch zwei kleinere Grabsteine, welche ohne Inschrift sind, aber bereits aus dem 13. Jahrhundert stammen.
Ursprünglich waren alle diese Grabsteine im Boden der Kapelle eingelassen. In der Mitte der Kapelle - ebenfalls im Boden - war früher zudem ein Stein aus dem Jahr 1666 mit folgendem Text eingelassen:
D.O.M
Qui multis floruerunt saeculis,
Huc abierunt in cineres,
Ducali propagine,
toga sagoque inclyti,
Illustrissimi D. D. Comites a Losenstein.
Vah ut familia amplissima
exili clauditur urna;
Magna etiam morti pusilla sunt.
Quantuscunque sis viator
Pulvisculum te fore memineris
MDCLXVI
---------------------
Dem besten und größten Gott.
(D.O.M = Deo optimo maximo)
Die in vielen Jahrhunderten geblüht haben
hierher sind zur Asche (= zum Staub) gegangen
aus Feldherrengeschlecht
berühmt durch Ihr (vornehmes) Gewand und durch Ihr Buchenholz (Buchenwald?)
die vornehmsten von Gottes Gnaden Grafen von Losenstein
Ach! Wie eine hochberühmte Familie
in einer armseligen Urne eingeschlossen wird!
Große (bedeutende) Dinge sind für den Tod klein (unbedeutend)
Wie groß (bedeutend) du auch immer sein magst, Wanderer
Denk daran, dass Du ein Staubkorn sein wirst!
MDCLXVI = 1666
Nach diesem Stein führten Stufen hinunter zur Gruft. Heute kann diese nur noch durch eine schmale Öffnung mit einer Leiter erreicht werden.
Die Grabsteine in chronologischer Reihenfolge:
Die Monumente
Neben den fast 2m großen Grabplatten wurden für drei Losensteiner ganz besondere Denkmäler in der Kapelle gesetzt, welche auch schon in der alten Kapelle Platz fanden und hierher mitgenommen wurden:
1. Georg Achaz I. († 1597)
Dieser war kaiserlicher Hofrat und ein berühmter Geschäftsmann, der 1497 in Linz starb.
Auf einem gewaltigen roten Marmorsarkophag liegt in voller Rüstung, von einem Engel am Haupte gestützt, die marmorne Gestalt des Ritters. Über ihm, zu seiner Rechten, erhebt sich auf vier Kugeln ruhend, eine Pyramide mit einem Ovalschild an der Stirnseite und zu seinen Füßen steht ein marmornes, großes Kreuz. Eine marmorne Reliefplatte stellt diesen Ritter mit seiner Gemahlin Christine von Perkhaim und seinen Söhnen Georg Christoph II. und Wolf Christoph am Lebensbrunnen dar; aus der Seitenwunde Jesu entspringen die Wasser des Lebens.
2. Georg († 1557) und 3. Dietmar V. († 1577)
Gegenüber dem Monument von Georg Achaz I. stehen zwei Grabmäler mit überlebensgroßen Standbildern der verstorbenen Söhne des berüchtigten Wolf von Losenstein. Zu beiden Seiten der Standbilder streben Pyramiden zur Höhe, deren Sockeln mit Basreliefs aus dem kriegerischen Leben der beiden Ritter geschmückt sind.
Die beiden Basreliefs des ersten Denkmals von Georg zeigen die Seeschlacht von Lepanto und die Erstürmung einer Veste bei welchen er beteiligt war. Der Sockel ist auch geziert mit einem Relief, darstellend die Erschaffung von Eva und Ende der Menschheit.
Auf dem zweiten Grabmal von Dietmar V. erblicken wir die Belagerung von Wien und die Eroberung von Esseck. Darunter ein Reliefbild mit Ritter Dietmar v. Losenstein, seinen drei Frauen (Martha v. Liechtenstein, Euphemia von Hohenfeld, Helene von Herberstein) und den 15 Kindern:
In der Mitte zwischen beiden Denkmalen ist ein vergoldeter Helm aufgehangen, den einst Sebastian von Losenstein beim berühmten Losensteiner Turnier in Linz anno 1521 getragen haben soll:
Die Gruft
Die Gruft der Losensteiner Kapelle ist über eine kleine 100x50cm große Luke vor dem Altar mit einer Leiter erreichbar. Sie ist klein und schmucklos. Darin stehen insgesamt sieben Särge an den Wänden:
In einem dieser Zinnsärge wurden im 19. Jahrhundert drei Leichen des 17. und 18. Jahrhunderts zusammengelegt. Und zwar waren dies Achaz von Losenstein († 1653), Fürstin Maria Theresia v. Losenstein, Herzogin zu Münsterberg und Frankenstein († 1741) und Franz Karl von Losenstein.
Im großen Kupfersarg (im Bild rechts oben) liegt der letzte männliche Losensteiner - Reichsfürst Franz Anton von Losenstein († 1692) begraben. Die anderen Särge haben keine Inschrift und man weiß daher nicht mehr, welcher Losensteiner darin gebettet liegt.
Die Losensteiner Kapelle misst 17,3m in der Länge und 7,39m in der Breite mit einer Höhe von 8,70m. Der Bau stammt vom berühmten Architekten und Baumeister Carlo Antonio CARLONE, während das herrliche Stukkokleid an den Wänden und im Gewälbe seine Brüder Giovanni Battista und Bartolomeo geschaffen haben.
Das Deckengemälde stellt die Schrecken der Pest, die Marter des Diakons Laurentius und des hl. Florian dar, sie sind allesamt Werke des Jean Pierre des Buffier, der sie 1687 ausführte. Das Altarbild entstammt dem Pinsel Reselfedts und stellt die hl. Irene bei der Wundwaschung des Märtyrers Sebastian dar. Das Rundbild darüber zeigt die hl. Rosalie.
Besichtigungsmöglichkeiten:
Wegen den Sicherheitsbestimmungen des direkt angrenzenden benachbarten Gefängnisses nur kurz vor oder kurz nach den Wochentagsmessen geöffnet die dort abgehalten werden. Auf Anfrage in der Pfarrkanzlei von Garsten kann die Kapelle aber auch außerhalb dieser Zeiten besichtigt werden.
Am besten Parkmöglichkeit "Am Platzl" in 4451 Garsten aufsuchen.
Quellen:
Geschichte von Garsten nach alten & neuen Quellen von Arthofer Leopold 1929
Geschichte des Klosters Garstens & Gleink von Franz Xaver Pritz 1841
Mittheilungen der kk Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale, XI. Jahrgang, 1885
Franz Anton, Fürst von und zu Losenstein
Die Losensteiner waren von Beginn an immer eng mit dem Kloster Garsten, als geistliche Macht in ihrem Territorium, verbunden. So ist es auch wenig verwunderlich, dass gerade eine kleine Kapelle in der Anlage des Klosters Garsten als ständige Grabstätte der Losensteiner auserwählt wurde.
Die ursprüngliche Kapelle selbst wurde weit vor der Gründung Garstens errichtet und war dem hl. Laurentius geweiht. Manche vermuten gar, dass jene Kapelle die Urkirche von Garsten, noch vor Errichtung des Klosters war.
Franz Anton, Reichsfürst von Losenstein (1642-1692)
Dieser Bereich widmet sich dem letzten Losensteiner im Mannesstamm, mit dessen Tod im Jahre 1692 das uralte Adelsgeschlecht der Losensteiner endgültig erlosch.
Franz Anton war Dompropst zu Passau, Coadjutor von Olmütz und Titularbischof von Duria. Diese Biographie basiert auf einer Analyse seiner Person durch den bekannten Historiker Alfred A. Strnad (Innsbruck).
Geburt & Taufe
Franz Anton war der jüngste Sohn von insgesamt 16 Kindern des niederösterreichischen Landmarschalls Georg Achaz Graf von Losenstein zu Losensteinleithen und Gschwendt (1597-1653) und seiner dritten Ehefrau Franziska, geborene Gräfin von Mansfeld-Vorderort.
Er wurde 1642 in Wien geboren und am 12. Mai 1642 im Wiener Stephansdom getauft. Seine prominenten Taufpaten waren dabei der Wiener Fürstbischof Philipp Friedrich Graf von Breuner sowie Graf Johann Franz von Trautson und Gräfin Elisabeth von Mansfeld (seine Tante).
Ausbildung
Franz Anton war als jüngster Sproß seiner Familie für den geistlichen Stand vorgesehen und zeigte sich dazu lt. zeitgenössischen Quellen auch entschlossen.
Er absolvierte seine erste Ausbildung in der humanistischen Schule der Jesuiten in Wien und wurde im Alter von nur 17 Jahren gemeinsam mit dem späteren Fürsterzbischof von Prag - Graf Johann Joseph von Breuner - an das ebenfalls von den Jesuiten geführte Kollegium Germanicum-Hungaricum nach Rom entsandt.
Dort beschäftigte er sich zwei Jahre lang mit dem philosophischen und dem kanonistischen Studium.
Werdegang
Nach seiner Rückkehr aus Rom brachte er es binnen kürzester Zeit zu einer Fülle geistlicher Würden und einträglicher Pfünde. So unter anderem die Pfarreien von Schörfling am Attersee, Zwentendorf, Stockerau und Ulrichskirchen (verbunden mit dem Dekanat von Pillichsdorf) sowie die Kanonikate an den Domstiften von Olmütz und Passau.
1673 stieg er zum Passauer Domprobst (= Leiter der äußeren Angelegenheiten des Domkapitels) unter dem Passauer Fürstbischof Sebastian Graf von Pötting (1673-1689) auf und war in diesem Amt unter anderem für die Einhaltung der Bestimmungen der bischöflichen Wahlkapitulation zuständig, an deren Erstellung er selbst mitbeteiligt war.
Ab dem 1. Februar 1684 übernahm er das einträgliche Amt eines Passauer Offizials für das Land unter der Enns (heute Niederösterreich) mit Amtssitz in der Kirche "Maria am Gestade" in Wien.
Kirche "Maria am Gestade" im 1. Wiener Bezirk war Amtssitz von Franz Anton
Seine Aufgaben waren hier vorrangig Disziplinierungsmaßnahmen gegenüber dem Klerus und die Vertretung des Passauer Bischofs am kirchlich-religiösen Leben der Haupt- & Residenzstadt des heiligen römischen Reiches - Wien.
In der Zeit von 1677 bis 1684 war er als Dombaukommissar auch maßgeblich an der Barockausstattung des Wiener Stephansdoms beteiligt!
Im Jahr 1685 erhielt er noch die Probstei des Kollegiatstiftes Altötting in Niederbayern um danach sein größtes Ziel seiner Laufbahn anzustreben - den Bischofssitz des Erzbistums Olmütz (heute östl. Tschechien)
Der Höhepunkt
Am 17. April 1690 wurde Franz Anton von Losenstein vom Olmützer Klerus einstimmig zum Koadjutor und Nachfolger des regierenden Olmützer Fürstbischofs Karl, Graf von Lichtenstein-Kastelkorn gewählt. Dieser Fürstbischof war zu dieser Zeit schon von einer schweren Krankheit geprägt und schien sein Ableben nur noch eine Frage der Zeit.
Franz Anton (links) neben dem Olmützer Fürstbischof Graf Karl von Lichtenstein-Kastelkorn
Diese Wahl wurde schließlich am 27. November 1690 durch dem damaligen Papst Alexander VIII. bestätigt. Weiters erhielt er als Gunstbeweis vom Papst den Titularsitz des Bischofs von Dura (heutiges Tunesien).
Einen weiteren Gunstbeweis erhielt Franz Anton auch vom österr. Kaiser Leopold I., der
Das Ende
Doch noch bevor der amtierende Olmützer Bischof Karl Graf von Lichtenstein-Castelcorn - dessen Nachfolge er antreten sollte - am 23.09.1695 starb, hauchte auch Franz Anton Reichsfürst von Losenstein bereits drei Jahre zuvor, am 17. Juni 1692 sein Leben aus.
Er verstarb unerwartet und plötzlich mit nur 50 Jahren im Passauerhof zu Wien (heute Cobenzlgasse 9) als letzter des Geschlechts der Losensteiner.
Hier verstarb der letzte Losensteiner im Jahr 1692
Der Passauer Hof ist der ehemalige Weinlesehof des Chorherrenstifts St. Nikola in Passau (heute Cobenzlgasse 9, 1190 Wien) und gehörte zum Verwaltungsbereich Franz Antons. Die dreiseitige Anlage wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet. Die Giebelhäuser stammen in ihrem Kern aus dem Spätmittelalter.
Sein Sarg wurde darauf mit dem Schiff über Donau und Enns bis nach Garsten gebracht, wo er in der uralten Grablege der Losensteiner - der sog. "Losensteiner Kapelle" - feierlich durch den Abt und das Konvent des Klosters Garsten beigesetzt wurde. Dieser schwere Kupfersarg ist heute noch in der Gruft der Kapelle zu besichtigen.
Er selbst ermöglichte dabei durch die großzügige Spende von 900 Gulden (Gesamtbaukosten 1.290 Gulden) die Neuerrichtung dieser Kapelle, mit welcher 1685 begonnen wurde und dessen künstlerische Gestaltung ebenfalls in seinen Händen lag. Nicht nur einmal mussten Stukkaturen abgeschlagen und Bilder erneuert werden, weil sie nicht dem Geschmack von Franz Anton entsprachen. Sein Wunsch war es auch, dass diese neu - auf den Grundfesten der alten Kapelle - errichtete Grabstätte dem hl. Sebastian geweiht wurde. Diesen Wunsch erfüllte ihm der damalige Abt postum am 18.10.1692.
Und erst über ein Jahr nach dem Tod des letzten Losensteiners, konnte am 29.09.1693 auch die Kapelle vollendet und vom Passauer Diözesanbischof geweiht werden.
Der größte Teil der Besitzungen und Lehen von Franz Anton (darunter Losensteinleithen und Gschwendt) ging danach an den Fürsten Franz Karl von Auersperg über, Sohn des Fürsten Johann Weikhard und der Gräfin Maria Katharina von Losenstein, einer Schwester Franz Antons, über.
Quellen:
Ecclesia Peregrinans, Josef Lenzenweger zum 70. Geburtstag, Seiten 209-221
regiowiki.pnp.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgeschützten_Objekte_in_Wien/Döbling
Wikipedia
Bildquelle Franz Anton: Österreichische Nationalbibliothek
Des Kaisers alte Schulden...
Die Herren von Losenstein brachten es im Laufe der Zeit zu großem Reichtum. Kaiser Matthias borgte sich von den Losensteinern in den Jahren 1613 bis 1621 die gigantische Summe von 318.130 Gulden aus.
(Zum Vergleich: Ein kleines Bauernhaus mit Grund kostete damals ca. 300 Gulden!)
Nach dem Tod des letzten männlichen Losensteiners musste der Kaiser die Schulden begleichen:
Rückgabe konfiszierter Güter:
1622 konfisziert, zurückgegeben
-9.000 Gulden
1631 konfisziert, rücküberschrieben
-135.535 Gulden
Nichte, ausgezahlt am 2.5.1698
43.993 Gulden
Auszahlung an die Erben (je 21.600 Gulden):
Gräfin von Puechhaim, geb. Losenstein (Schwester)
geb. Gräfin Khevenhüller, vereh. Gräfin v. Rappach (Nichte)
vereh. Gräfin v. Dietrichstein, geb. Freyin v. Hofmann (Nichte)
vereh. Gräfin von Jörger, geb. Gräfin v. Losenstein (Schwester)
Fürstin v. Auersperg: Ferdinand, Franz Carl, Leopold u.a.
Gräfin v. Herberstein, geb. Losenstein (Schwester)
Damit waren sämtliche Schulden des Kaiserhauses bei den Losensteinern getilgt!
Losensteiner und die Religion
Die Dynastie der Herren von Losenstein war seit Ihrem Beginn 1252 immer eng mit der Kirche verbunden. Dies lag auch daran, dass die Urbarmachung Ihres Herrschaftsbereiches vornehmlich durch das Benediktinerkloster Garsten vorangetrieben wurde und hier eine respektvolle Koexistenz zum Vorteil beider Seiten gereichte. Nicht zuletzt deshalb wurde die Kapelle im Kloster Garsten zur ewigen Grablege der Losensteiner auserkoren.
Die Losensteiner versorgten daher nicht nur das Kloster Garsten immer wieder mit zahlreichen Schenkungen und Lehen, sondern ließen der katholischen Kirche im Allgemeinen immer wieder bedeutende Güter zukommen. Zur Sicherung des eigenen Seelenheiles und (vor allem) erfolgversprechenden Gegengeschäften.
Zu den bekanntesten dieser Art gehörte beispielsweise die Mithilfe bei der Gründung des Dominikanerordens 1472 in Steyr sowie die berühmte „Kaplanstiftung“ für die Pfarrkirche Losenstein im Jahre 1339:
Sinngemäße Transkription:
Gundacker, Berthold, Hartneid, Rudolf, Dietreich und Ludwig von Losenstein
schenken dem Kloster Garsten den Gatterhof bei Rechberg mit allen Rechten.
Dafür verpflichtet sich das Kloster, für Losenstein einen Priester zu
stellen, der eine hl. Messe in der Burgkapelle und eine in der Kirche im Ort
zu halten hat. Zudem ist er verpflichtet, Andachten und andere
Gottesdienste, die aus alten Stiftungen stammen zu verrichten. Falls der
Kaplan seine Pflicht versäumt, wird die Schenkung rückgängig gemacht.
Der vielfach in adeligen Kreisen vorherrschende Gebrauch, jeweils zumindest einem Spross auch die geistliche Laufbahn einschlagen zu lassen, wurde auch bei den Losensteiner mehrfach praktiziert. Dabei gelang einigen Herren und Frauen von Losenstein eine durchaus beachtliche kirchliche Karriere. So war beispielsweise
Die Lehre Martin Luthers
Das österr. Kaiserhaus war stets katholisch und es stellte sich im Zuge der Gegenreformation bald als vorteilhaft heraus, wieder zum katholischen Glauben zu konvertieren. Gerade Wolf Siegmund fürchtete um den drohenden Verlust seiner einflußreichen Stellungen am kaiserlichen Hofe. So konvertierte er und mit ihm seine Familie am 6. Januar 1622 wieder zum katholischen Glauben.
Die Losensteiner der Linie Losensteinleithen zu Schallaburg hingegen blieben bis zu deren Aussterben 1635 dem neuen Glauben treu. Sie bezahlten dies aber schlußendlich mit der Vertreibung des letzten Losensteiners dieser Linie – Georg Wolfgang – ins mährische Geiersberg, welcher mit seinem ebenfalls wg. des Protestantismus nach Regensburg vertriebenen (und dort kurz darauf verstorbenen) Großvaters Georg von Stubenberg seinen einzigen Schutzherrn verlor. (siehe auch nähere Ausführungen im Stammbaum)
